Jugendkonten sind oft eine Spesenfalle

25. Oktober 2006, 12:28
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Vor allem die mitunter hohen Extraspesen kommen vielen Jugendlichen teuer

Schüler- und Jugendkonten können zur Spesenfalle werden - davor warnt die Arbeiterkammer Wien. Ein Test bei 16 Banken hat demnach gezeigt, dass Jugendliche zwar mit "Gratiskonten" stark umworben werden, die tatsächlichen Kosten aber bei bis zu 105,70 Euro pro Jahr liegen können.

Der aktuelle Test hat ergaben, dass vor allem Barbehebungen, Dauerauftragsänderungen und Kontoschließungen teuer werden können.

Die Hälfte der Kreditinstitute verrechnen eine Kontoschließungsgebühr, die bis zu 15 Euro ausmachen kann. Änderungen eines Dauerauftrages kosten bei vier Banken extra. Sie verrechnen dafür bis zu zwei Euro. Vier Banken verlangen auch Entgelte für die Behebung an der Kassa.

Gratis, nicht kostenlos

Werbeaussagen versprechen Jugendlichen laut AK oft ein "Gratiskonto" oder zumindest die "kostenlose" Kontoführung. Der AK-Test zeige, dass dies nicht immer zutrifft. Die Bandbreite zwischen den einzelnen Angeboten ist laut AK "enorm". Lediglich sieben Banken verrechnen für Schüler- und Jugendkonten keine Kontoführungs- und Buchungskosten. Für die Kontoüberziehung von Jugendkonten werden 5,5 Prozent (Hypo Alpe Adria) bis 9,5 Prozent (Bank Austria Creditanstalt, Erste Bank, Sparda Bank Wien, Bawag P.S.K.) verrechnet. Die Bandbreite der Habenzinsen reicht von 2,25 Prozent (Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien) bis zu 0,125 Prozent (Sparda Bank Wien, Wiener Spar- und Kreditinstitut).

Die Ausgabe von Karten an Schüler ohne Einkommen ist bei allen Instituten grundsätzlich möglich, Jugendliche können über das Konto auch mittels Bankomatkarte verfügen. "Die Funktionen der Karten sind sehr unterschiedlich", betonte AK-Konsumentenschützerin Michaela Kollmann. In einigen Fällen können auch Jugendliche ohne Einkommen ihr Konto überziehen. In diesem Fall haften die Eltern.

Die Arbeiterkammer empfiehlt daher, Konditionen und den Leistungsumfang bei Jugendkonten zu vergleichen, genauso wie die Soll- und Habenzinsen. Wird eine Bankomatkarte genutzt, sollte das Kartenlimit den Bedürfnissen des Jugendlichen entsprechen und individuell vereinbart werden, so die Conclusio aus der Erhebung. (APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.9.2006)

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