Vor der Wahl: AMS stockt Kurse auf

4. Oktober 2006, 14:06
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660 zusätzliche Plätze für rund 700.000 Euro

Wien - Die Wahlen rücken unaufhaltsam näher: In Wien, dem Bundesland mit den schlechtesten Arbeitsmarktdaten, gibt AMS-Landesgeschäftsführerin Claudia Finster seit dem Frühsommer ihr Bestes, um vielleicht doch noch von der Schlusslichtposition wegzukommen. Finster zum Standard: "Wir haben etliche Maßnahmen aufgestockt und verlängert. Aber nicht alles für die Wahl, das läuft auch schon für nächstes Jahr an."

Genauere Daten liegen für den so genannten "Jobexpress" vor, im Kern ein Bewerbungstraining für Arbeitslose. Das Programm, das ursprünglich für insgesamt 7000 Teilnehmer ausgelegt war, wurde Ende Juli um 660 Plätze aufgestockt. Dem Vernehmen nach sieben bis acht AMS-Partnerfirmen haben flugs ihre Kapazitäten erweitert, ein Anbieter sagt: "Das war ganz offensichtlich rein auf den Wahltermin hin zu geschnitten."

Insgesamt kostet der "Jobexpress" etwas mehr als sieben Millionen Euro, die Aufstockung der Maßnahme um 660 zusätzliche Plätze dürfte rund 700.000 Euro verschlungen haben, sagt AMS-Wien-Sprecher Hans-Paul Nosko.

Statistisch hat es sich auf jeden Fall ausgezahlt: Im August sank in Wien die Arbeitslosigkeit um 7,8 Prozent. Das war prozentuell die stärkste Reduktion seit Jänner 2001. Per Mitte September sank die Arbeitslosigkeit in Wien nochmals um 9,2 Prozent. Schulungsteilnehmer gelten nicht als arbeitslos, wie wohl sie auf Arbeitssuche sind. (Michael Bachner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21.9.2006)

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