Turkmenien: Journalistin in der Haft ums Leben gekommen

2. Oktober 2006, 11:28
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Augenzeugen berichten von Kopfverletzung und Schlägen

Die im Juni in der zentralasiatischen Republik Turkmenien festgenommene und zu sechs Jahren Gefängnis verurteilte Journalistin Ogulsapar Muradowa (58) ist in der Haft ums Leben gekommen. Wie der US-Sender Radio Free Europe/Radio Liberty (RFE/RL) mitteilte, erhielten die Angehörigen von der Gefängnisverwaltung in der Hauptstadt Ashgabat die Aufforderung, die Leiche zu identifizieren.

Muradowas Leiche habe "eine Wunde am Kopf und zahlreiche Spuren von Schlägen" gehabt, sagten Augenzeugen nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF).

Turkmenische Beamte versicherten laut RFE/RL, Muradowa sei eines natürlichen Todes gestorben. Sie lehnten die Einschaltung eines unabhängigen Arztes ab. Der Rundfunksender erklärte, die Journalistin sei vor der Verhaftung bei guter Gesundheit gewesen. Reporter ohne Grenzen forderte eine Untersuchung der Vorfälle in der Haftanstalt in Ashgabat.

Zugleich äußerte sich die Organisation besorgt über das Schicksal der Menschenrechtsaktivisten Sapardurdi Chadschijew und Annakurban Amanklitschow, die zusammen mit Muradowa festgenommen worden waren. Die gegen die drei Festgenommenen verhängten Haftstrafen wurden mit illegalem Besitz von Munition begründet.

Die ehemalige Sowjetrepublik Turkmenien wird von Präsident Saparmurat Nijasow autoritär regiert. Er hatte sich 1999 zum Staatschef auf Lebenszeit ernannt. (APA)

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