NS-Zwangsarbeit: Jetzt folgt der Appell an die Wirtschaft

23. Juni 2000, 22:54

Lambsdorff und Schaumayer trafen sich zur Abstimmung

Wien - Otto Graf Lambsdorff, der deutsche Regierungsverantwortliche für die Entschädigung von NS-ZwangsarbeiterInnen, und die österreichische Regierungsbeauftragte Maria Schaumayer haben am Freitag in Wien die jeweiligen nationalen Gesetzesentwürfe so aufeinander abgestimmt, dass die Zuständigkeiten klar geregelt sind.

Bei einem Treffen mit WirschaftsvertreterInnen wurde zudem über die Mittelaufbringung diskutiert. Schaumayer kündigte an, dass den heimischen Wirtschafts- und Industriebetrieben in den nächsten Tagen eine entsprechender Brief ins Haus flattern wird. Als Größenordnung nannte die Regierungsbeauftragte "einige tausend".

Ein Anliegen, das Lambsdorff heute seitens der österreichischen Wirtschaft - der "Arbeitsgemeinschaft Plattform Humanitäre Aktion" steht der Papierindustrielle Heinz Kessler als Obmann vor - vorgebracht worden sei, sei die Frage, in wie weit in Österreich ansässige Tochterfirmen deutscher Unternehmen in den "Versöhnungsfonds" einzahlen würden. Lambsdorff erklärte, er habe für dieses Anliegen Verständnis, könne aber noch keine definitive Antwort geben.

Schaumayer bekräftigte, auch in Österreich solle die gesamte Industrie und Wirtschaft einbezogen werden. "Wir tragen nicht am Geschehen Schuld, aber Verantwortung aus dem Geschehenen heraus", sagte die Regierungsbeauftragte. (APA)

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