Rektoren: US-Unis haben mehr Geld zur Verfügung

8. März 2007, 10:51
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Uni Wien: Keine Veränderung der wissenschaftlichen Leistungen - SPÖ: Unter Gehrer ist Weg zur Weltklasse länger geworden

Wien - Die Ergebnisse des Uni-Rankings der Shanghai Jiao Tong University, die gestern, Montag, bekannt geworden sind, wundern die Österreichische Rektorenkonferenz nicht. Dass auf den vordersten Plätzen US-Unis dominieren, führen die Rektoren auf die im Vergleich mit Europa viel höheren Ressourcen zurück. So habe die erstplatzierte Universität Harvard mit etwa 20.000 Studierenden ein Budget von rund 2,8 Milliarden Dollar. Das heißt, dass eine große US-Forschungsuniversität in etwa das Budget habe, das dem gesamten österreichischen Universitätssystem zur Verfügung stehe, heißt es am Dienstag in einer Aussendung der ÖRK.

Umstrittene Methodik

Die Rektoren verweisen auch auf die "nicht unumstrittene" Methodik des Rankings hin. Auswahl und Gewichtung der Indikatoren würden relativ willkürlich erfolgen, die Größe einer Einrichtung zum bestimmenden Merkmal von Exzellenz gemacht.

Leistungen aufgeteilt

Die Universität Wien, die in dem Ranking von Platz 85 im Vorjahr in die Gruppe zwischen Rang 151 bis 200 abgestürzt ist, sieht die Ursache für die Veränderung in der erstmalig getrennten Wertung der Medizinischen Universität Wien und der Universität Wien. "Die Begründung des Ergebnisses liegt nicht in der Veränderung der Qualität der wissenschaftlichen Leistungen der Universität Wien, sondern in der erstmaligen Wertung der Medizinischen Universität Wien", heißt es in einer Aussendung der Uni Wien. Die bisherigen Leistungen der Uni Wien seien nur auf zwei Universitäten aufgeteilt worden.

Langer Weg zur Weltklasse

SPÖ-Wissenschaftssprecher Josef Broukal will das Ranking "nicht auf die Goldwaage legen", das Abschneiden der österreichischen Universitäten zeigt für ihn aber klar: "In der Ära (Bildungsministerin Elisabeth, Anm.) Gehrer ist der Weg zur viel beschworenen Weltklasse nicht kürzer sondern länger geworden".

Konkurrenzfähigkeit durch Sofortprogramm

In den kommenden Jahren sei rund eine halbe Milliarde Euro mehr Geld nötig ist, als derzeit geplant, damit die Unis international konkurrenzfähig werden könnten. In Regierungsverantwortung würde die SPÖ deshalb ein Sofortprogramm für die Universitäten unter dem Titel "Mehr Geld, mehr Frauen, mehr Freiheit" umsetzen.

In dem von der Shanghai Jiao Tong University jährlich erstellten weltweiten Uni-Ranking liegt die US-Universität Harvard an der Spitze, gefolgt von den Unis Cambridge (Großbritannien) und Stanford (USA). Aus Österreich sind nur sieben der 15 wissenschaftlichen Unis in der Top-500-Liste vertreten. Neben der bestplatzierten Uni Wien finden sich die Uni Innsbruck und die Medizin-Uni Wien in der Gruppe zwischen Rang 201 und 300, die Uni Graz und die Technische Universität Wien rangieren zwischen 301 und 400, die Medizin-Unis Graz und Innsbruck zwischen Platz 401 und 500. (APA)

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