Kapitaler Liebesschwur

5. Jänner 2007, 11:20
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Ronald Barazon bezieht in "Kampf dem Kapitalismus" klar Stellung - für den Kapitalismus

Als Leitartikler der Salzburger Nachrichten hat sich Ronald Barazon zum Ziel gesetzt, Wirtschaft zu erklären. In einem größeren Zusammenhang tut er dies nun in seinem ersten Buch, das aber einen irreführenden Titel trägt: "Kampf dem Kapitalismus." Es sollte "Kampf für den Kapitalismus" heißen. Denn Barazon hat eine Liebeserklärung an den Kapitalismus geschrieben, die darin gipfelt, dass er das Eintreten für den Kapitalismus zum "Kampf für den Humanismus" hochstilisiert.

So widmet er ein Kapitel der "segensreichen Globalisierung" und mokiert sich darüber, dass diese "verschiedentlich als Unglück" bezeichnet werde. Dabei, so argumentiert der seit Kurzem pensionierte Chefredakteur, schaffe die Globalisierung Arbeitsplätze. Er schreibt auch über das Phänomen der "notwendigen Arbeitslosigkeit".

Barazon bezieht auch politisch klar Stellung. Aus seiner Abneigung gegen die Grünen macht er kein Hehl: "Die Grünen gefährden die Umwelt", wirft er ihnen vor. Die Anti-Atom-Bewegung habe dazu geführt, dass die Forschung auf diesem Gebiet nachgelassen habe. Barazon selbst deklariert sich als Befürworter der Kernkraft: "Dies bedeutet nicht, dass nun hemmungslos überall Atomkraftwerke errichtet werden sollen. Es gilt, diese Form der Energiegewinnung zur Kenntnis zu nehmen und verantwortungsvoll alle sich bietenden Möglichkeiten zu nutzen." Sorgen für Diskussionsstoff bietet das Buch jedenfalls. (afs, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 28.8.2006)

  • Ronald Barazon:
Kampf dem Kapitalismus
Ecowin Verlag 2006,
22 Euro

    Ronald Barazon:
    Kampf dem Kapitalismus
    Ecowin Verlag 2006,
    22 Euro

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