"Darwin's Nightmare": Tansanias Botschafter wird offensiv

8. September 2006, 13:37
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Ali Karume wirft Sauper Lügen vor

Wien - Der tansanische Botschafter in Deutschland, Ali Karume, bezichtigt den österreichischen Filmemacher Hubert Sauper der Lüge. Sauper stellt in seiner Doku "Darwin's Nightmare" einen - indirekten, aber deutlichen - Zusammenhang zwischen Fischexporten und illegalen Waffentransporten her. "Nach Tansania wurden und werden keine Waffen mit dem Flugzeug gebracht", sagt Karume dazu in der neuen Ausgabe des österreichischen Magazins "Datum", "das stimmt einfach nicht, das ist eine Lüge."

"Darwin's Nightmare" zeige ein Bild von Tansania, das nicht der Realität entspreche, so Karume. Er habe den Film zwar noch nicht gesehen, glaube aber, dass Sauper "sehr viele Dinge einfach erfunden beziehungsweise inszeniert hat. Er hat wahrscheinlich Leuten Geld dafür gegeben, bestimmte Dinge zu tun oder zu sagen." Beweise dafür habe er allerdings keine, so Karume.

"... nicht besonders erfreut sein würden ..."

Die tansanische Botschaft in Deutschland war vor knapp zwei Wochen eingeschaltet worden, nachdem Sauper verbreitet hatte, die tansanische Regierung mache seinen Film verantwortlich für Einbrüche in der Fischindustrie und gehe gegen Mitwirkende vor. Diese würden in einem Parlamentsbeschluss als "Staatsfeinde" bezeichnet.

Er habe keine offizielle Order bekommen, Sauper oder einem seiner Mitarbeiter ein Visum zu verweigern, meinte Karume dazu. "Dass die Leute in Mwanza aber nicht besonders erfreut sein würden, ihn wiederzusehen, dürfte ihm aber klar sein." Von Vorwürfen, der Film habe der tansanischen Wirtschaft geschadet, habe er "nichts gehört", so Karume, "Aber es würde mich nicht wundern. Wenn es so ist, hat das natürlich schlimme Folgen für die Leute in der dortigen Provinz." (APA)

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