Burgtheater: "Wallenstein" auf Eis

31. August 2006, 18:25
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Produktion auf unbestimmt verschoben

Wien – Auch der Premieren-Termin Jänner 2007 ist nicht zu halten: Die Wallenstein-Trilogie von Friedrich Schiller an zwei Abenden, die Burgtheaterdirektor Klaus Bachler im Frühsommer für Ende Oktober angekündigt hatte, muss auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Denn Hausregisseurin Andrea Breth, für etliche exemplarische Klassiker-Inszenierungen an der Burg verantwortlich (darunter "Emilia Galotti" und "Don Carlos"), ist aufgrund psychischer Probleme – sie trennte sich von ihrer Lebensgefährtin, der Schauspielerin Elisabeth Orth – nicht in der Lage, die Probenarbeiten fortzusetzen. Sie soll sich gegenwärtig in psychiatrischer Betreuung befinden.

Auch wenn die hoch sensible Regisseurin in den letzten Jahren bereits zwei Inszenierungsaufträge niederlegte (darunter "Was ihr wollt"), hofft man im Burgtheater, dass sich Breth wieder fängt: Von einer definitiven Absage des ehrgeizigen Projektes mit Gert Voss will man noch nichts wissen (als neues Ziel wird der Juni 2007 genannt). Zumal ein Defizit von mehreren Hunderttausend Euro droht: Das Bühnenbild von Bernhard Kleber ist bereits fertig gestellt.

An Notfallszenarien wird aber gearbeitet: Man greift einstweilen auf das Repertoire zurück – und denkt daran, die eine oder andere Premiere vorzuziehen. An eine Koproduktion mit Peter Stein, der den "Wallenstein" am Berliner Ensemble herausbringen will, sei nicht gedacht. (trenk/ poh/ DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.8.2006)

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