Lettland führt Junkfood-Verbot an Schulen ein

23. August 2006, 10:02
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Gegen heftigen Widerstand der Genussmittel- Hersteller - Coca Cola intervenierte vergeblich

Riga - In Lettland wird künftig der Verkauf von "ungesunden" Lebensmitteln und Getränken in allen Schulen und Kindergärten des Landes verboten sein. Das Verbot soll laut einem Regierungsbeschluss vom Dienstag bereits am 1. November des Jahres in Kraft treten.

Die Regierung in Riga setzt damit die vom Gesundheitsministerium vorgeschlagene Maßnahme gegen den heftigen Widerstand von Genussmittel-Herstellern durch. Coca Cola hatte die frühere US-Außenministerin Madeleine Albright, die heute ein Consulting-Unternehmen führt, vergeblich damit beauftragt, die lettische Regierung von dem Vorhaben abzubringen.

Präzedenzfall

Das Verkaufsverbot betrifft neben künstlich gefärbten und gesüßten, koffeinhaltigen Getränken wie Coca Cola oder Pepsi auch Energy-Drinks, Zuckerl, Schokoriegel und Snacks mit einem übermäßigen Salzgehalt. Das Gesundheitsministerium will den Kindern gleichzeitig den Genuss von Mineralwasser, 100-prozentigen Frucht- und Gemüsesäften ohne Zusätze sowie Milch schmackhaft machen.

Da die EU zwar gesunde Lebensmittel an Schulen fördert, nicht aber den Verkauf von "ungesunden" verbietet, befürchtet die Genussmittelindustrie durch die lettische Maßnahme die Schaffung eines Präzedenzfalls, der ähnliche Verbote auch in anderen EU-Staaten nach sich ziehen könnte. (APA)

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