Warnung vor "Wunderkuren"

22. Jänner 2007, 15:58
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"Vita Sanitas Q10-Präparate" werden bei Werbeverkaufs­veranstaltungen angeboten - Gegen Vertreiber wird ermittelt

Wien - Die Arbeiterkammer NÖ (AKNÖ) hat vor bei Werbeverkaufsveranstaltungen in ganz Österreich angebotenen "Wunderkuren" gewarnt. Dabei würden immer wieder "Vita Sanitas Q10-Präparate" verkauft, die von Bluthochdruck über Diabetes bis zu Krebs alles heilen sollen - behaupten jedenfalls die Präsentatoren. Gegen die Vertreiber werde bereits ermittelt.

Ablauf bei Verkaufsveranstaltungen

"Die Menschen bekommen die Ware direkt gegen Geld am selben Tag geliefert. Auf den Verkaufsverträgen steht nur eine Postfach-Anschrift", warnt Eva Schreiber, Leiterin der Konsumentenberatung der Niederösterreichischen Arbeiterkammer im Gespräch mit derStandard.at/Gesundheit. Das mache es auch so schwierig hinter die Identität der "Firma" zu kommen, die die Produkte vertreibe. Bei den Präparaten handle es sich um zirka zehn Zentimeter lange Ampullen, die laut den Präsentatoren täglich verwendet werden sollen - die Opfer erwerben einen Jahresbedarf davon.

Keine Heilung nachgewiesen

Die Wirkung des Präparats sei nicht nachgewiesen, betont die AKNÖ. Konsumenten, die "Vita Sanitas Q10" gekauft haben, mögen sich bei den Konsumentenschützern (Tel.: 05/7171/1315) melden. Es sei zu befürchten, dass es unzählige Geschädigte gebe. Markus Zsivkovits von der AGES (Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit): "Die angebotenen Produkte sind auf Grund der gekennzeichneten Mengen an Inhaltsstoffen Nahrungsergänzungsmittel, sie heilen keine Krankheiten."

Beliebte Opfer

Ältere Personen, die von Bluthochdruck, Diabetes oder Schmerzen geplagt werden, sind laut AKNÖ beliebte Klientel, der derzeit verstärkt "Vita Sanitas Q10-Präparate", angepriesen als schieres Wundermittel, angeboten werde. Wer das Präparat nehme, dessen Zellen würden kaum mehr altern, die "Zipperleins" seien wie weggeblasen. Und mitunter werde sogar behauptet, dass man damit Krebs heilen könne.

Skeptischen Konsumenten, die sich noch dazu über den hohen Preis von etwa 900 Euro pro Kur aufregen würden, begegne man kühl: "Wofür wollen sie denn noch Geld ausgeben, wenn nicht für die Gesundheit?" Eva Schreiber: "Dieses Argument zieht leider nach wie vor." (APA/red)

  • So sehen die vermeintlichen "Wundermittel" aus
    foto: aknö

    So sehen die vermeintlichen "Wundermittel" aus

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