Börse USA: Quartalszahlen gut, Ausblick verhalten

18. August 2006, 10:54
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Amerikanische Unter­nehmen haben ihre Quartalszahlen vorgelegt - von den zehn Sektoren des S&P haben sechs die Erwartungen übertroffen - Von Monika Rosen

Da die amerikanischen Unternehmen ihre Zahlen für das 2. Quartal weitgehend vorgelegt haben, werfen wir einen kurzen Blick auf einige Trends, die auch Rückschlüsse auf das zweite Halbjahr zulassen könnten.

Mit einem Zuwachs von 13,5 % schafft der S&P 500 im zweiten Quartal 2006 wieder ein zweistelliges Ergebnis, und zwar zum 17. Mal in Folge. Von den 10 Sektoren des S&P haben 6 die Erwartungen übertroffen. Einen gewissen Wermutstropfen stellt hingegen der Ausblick auf die zweite Jahreshälfte dar. Da gab es durchaus einige sehr verhaltene Stellungnahmen, die die Theorie der sich abkühlenden US Konjunktur weiter unterstützen.

Hier noch ein Blick auf einige Branchen-Highlights:

Zyklischer Konsum: Diese Branche konnte mit ihren Zahlen nicht wirklich überzeugen. Die Autobauer leiden unter hohen Rohstoffkosten (Stahl und Öl), der Einzelhandel (der als einziger Sektor großteils mit den Zahlen noch ausständig ist) hat bisher einen eher schwachen Ausblick auf die zweite Jahreshälfte gegeben. Das gilt insbesondere für die Baumärkte, die unter dem Rückgang am Immobilienmarkt leiden.

Defensiver Konsum: Demgegenüber hat der nichtzyklische Konsum gute Zahlen vorgelegt. Haushaltsartikel, Körperpflege, Getränke und Tabak zeigen gute Kostentrends, außerdem profitiert der Sektor vom schwachen Dollar. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf unsere Empfehlung Altria (vormals Philip Morris).

Finanzdienstleister: Auch dieser Sektor lag mit seinen Zahlen eher über den Erwartungen. Trotz der Zinserhöhungen durch die Fed konnten sich die Zinsmargen gut halten. Etwas Schwäche zeigte das Hypothekargeschäft (Stichwort wieder Abkühlung am Immobilienmarkt), aber es gab keinen großen Einbruch. Auch die Versicherer lagen recht gut, wobei sie von relativ geringen Schadenszahlungen und Kostenreduktionen profitierten. Unsere Empfehlung hier heißt Citigroup.

Industriewerte: Das Gewinnwachstum der Branche ist noch intakt, verlangsamt sich aber. Am besten Schnitt die Rüstung ab, alle Werte profitierten aber noch von einer generell robusten Weltkonjunktur.

Technologie: Die Zahlen der Technologie gehören zu den schwächsten überhaupt im zweiten Quartal. Auch wenn bei einer Reihe von Unternehmen die Ergebnisse im Rahmen der Erwartungen lagen, ist das angesichts der ambitionierten Bewertung der Branche nicht ermutigend. Der Sektor gilt für viele auch als „Wetterhahn“ für die US Wirtschaft überhaupt. Die Schwierigkeiten im Technologiesektor gelten somit als Vorbote für die bereits erwähnte Abkühlung auch in anderen Branchen.

Energie: Es dürfte keine Überraschung darstellen, dass die meisten Unternehmen mit ihren Zahlen über den Erwartungen lagen. Der Ölpreis zeigt angesichts einer Reihe von Faktoren (Krieg im Nahen Osten, Ausfall der Alaska Pipeline von BP) keine Ermüdungserscheinungen. Allerdings fürchten Beobachter einen Nachfragerückgang im Zuge der allgemeinen wirtschaftlichen Abkühlung. Von besonderer Bedeutung für die Branche sollte auch die Frage sein, wie stark die heurige „hurricane season“ ausfällt.

Die Autorin ist Chefanalystin bei BA-CA Asset Management

Alle Angaben trotz größter Sorgfalt ohne Gewähr. Die Informationen beruhen auf Quellen, die wir für zuverlässig erachten. Eine Garantie für deren Richtigkeit oder Vollständigkeit kann ebenso wenig übernommen werden wie für das Eintreten der Prognosen. Alle Meinungsaussagen geben lediglich die aktuelle Einschätzung der Autoren wieder, die sich ohne vorherige Ankündigung wieder ändern kann.
  • Einen gewissen Wermutstropfen stellt der Ausblick auf die zweite Jahreshälfte dar. Da gab es durchaus einige sehr verhaltene Stellungnahmen, die die Theorie der sich abkühlenden US Konjunktur weiter unterstützen.

    Einen gewissen Wermutstropfen stellt der Ausblick auf die zweite Jahreshälfte dar. Da gab es durchaus einige sehr verhaltene Stellungnahmen, die die Theorie der sich abkühlenden US Konjunktur weiter unterstützen.

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