Symantec erntet Zorn der Church of England

13. August 2006, 14:50
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Kirchensoftware als Spyware diskreditiert - Angeratenes Entfernen eines Files führt zu Problemen

Mit einem Konflikt der besonderen Art sieht sich derzeit Symantec in Großbritannien konfrontiert. Nach einem Update der Sicherheitssoftware im vergangenen Juli identifizierte diese einen Teil des anglikanischen Kirchenprogramms Visual Liturgy als Spyware. Nach der Eliminierung des betroffenen Files wurde die zur liturgischen Gestaltung von Gottesdiensten eingesetzte Software für die ahnungslosen Anwender aber unbrauchbar. Bis zu 4.500 Kirchen im ganzen Land sollen von dem Irrtum betroffen sein.

Kritik

Church House Publishing (CHP), der offizielle Verlag der Church of England und Distributor der betroffenen Software, hat heftige Kritik an Symantec geübt. Zum einen existiere das Programm mit dem betreffenden File seit mehreren Jahren und habe noch nie Probleme bereitet. Zum anderen wurde vor allem aber auch die mangelnde Bereitschaft Symantecs kritisiert, sich dem Thema rasch anzunehmen und für eine Behebung des fehlerhaften Checks zu sorgen.

Inakzetabel

"Symantec hat uns nach Auftreten des Problems am 10. Juli mitgeteilt, sich innerhalb von vier Wochen der Sache anzunehmen - ein Zeitraum der uns inakzeptabel erschien", so Thomas Allain-Chapman, Head of Publishing bei CHP, auf Anfrage von pressetext. Auf weitere Interventionen sei bis heute nicht reagiert worden, so Allain-Chapman. Symantec hat indes auf die öffentlichen Vorwürfe reagiert und bekräftigt, bereits einen Tag später den Kirchenvertretern versichert zu haben, dass die fehlerhafte Funktion per Auto-Update bereits wieder aus der Welt geschafft wurde. "Wir haben jedenfalls keine E-Mail bekommen. Natürlich besteht die geringe Möglichkeit, dass die Benachrichtigung im Spamfilter gelandet ist. Wir haben allerdings mehrfach interveniert und trotzdem nie eine Reaktion bekommen", zeigt sich Allain-Chapman verstimmt.

Auswahl

Visual Liturgy erfreut sich in Großbritannien steigender Beliebtheit unter Vikaren und Theologen. Sie enthält die autorisierte Liturgie der Church of England in elektronischer Form und wird vor allem für die Auswahl von Textstellen für Gottesdienste verwendet. Die Software wurde von der CHP im Jahr 1997 ins Leben gerufen und hält derzeit bereits bei Programmversion 4. Allain-Chapman zufolge wird die Software von rund 30 Prozent aller Gemeinden eingesetzt. "Man würde eigentlich davon ausgehen, dass vor allem jüngere Vikare und Geistliche davon Gebrauch machen. Unsere demographischen Untersuchungen zeigen allerdings, dass der durchschnittliche Anwender zwischen 50 und 55 Jahre alt ist", so Allain-Chapman abschließend zu pressetext. (pte)

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