Innenminister Montenegros bietet Rücktritt an

16. Juni 2000, 21:07

Reaktion auf Attentatsversuch auf den serbischen Oppositionsführer Vuk Draskovic

Belgrad/Podgorica - Der montenegrinische Innenminister Vukasin Maras hat am Freitag seine Absicht angekündigt, Regierungscef Filip Vujanovic nach dem Attentatsversuch auf den serbischen Oppositionsführer Vuk Draskovic seinen Rücktritt anzubieten. Er fühle sich objektiv dafür verantwortlich, meinte Maras, der gleichzeitig erklärte, dass er "rigorose" Massnahmen gegen Polizisten getroffen habe, die für die Sicherheit von Draskovic verantwortlich gewesen seien. Sie würden "schwerste Konsequenzen" zu tragen haben.

Maras erklärte, dass das Belgrader Regime bemüht sei, den "Terrorismus nach Montenegro" zu versetzen. Am 31. Mai war in Podgorica unter ungeklärten Umständen bereits der Sicherheitsberater des montenegrinischen Präsidenten, Goran Zugic, ermordet worden.

Der Pressekonferenz von Maras wohnte auch der SPO-Chef Draskovic bei. Er bezichtigte das Belgrader Regime, für den Attentatsversuch verantwortlich zu sein. Man habe ihn ohne Leibwächter gelassen und beschlossen, "das zu tun, was getan worden sei", sagte Draskovic.

Vier Wächter des SPO-Chefs waren vor zwei Wochen in Belgrad festgenommen worden. Angeblich hatten sie widerrechtlich Waffen bei sich getragen. Seitdem soll Draskovic keine Wächter haben. Auch in seiner Wohnung an der Adria-Küste soll er in letzter Nacht allein gewesen sein. (APA)

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