Neues Vista-Feature im Schussfeld der Kritik

22. August 2006, 13:38
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"Previous Versions" lässt ältere Versionen von Dokumenten wieder auferstehen und führt zu Sicherheitsbedenken

War es bisher vor allem die User Account Protection (UAP), die aufgrund der ständigen Popups für Haare raufen bei so manchen Windows Vista-Beta-TesterInnen geführt hat, so kommt nun ein weiteres Vista-Feature ins Schußfeld der Kritik: Mittels "Previous Versions" lassen nicht nur eigentlich gelöschte Dateien einfach wiederherstellen, auch ältere Versionen eines Dokuments können nachvollzogen werden.

Abstammung

Das Ganze ist nichts vollkommen Neues, bereits in Windows XP gibt es eine "Volume Shadow Copy" Technologie, die regelmäßig Snapshots von wichtigen Systemdateien vornimmt. Auf Wunsch lassen sich dabei auch "Restore Points" erstellen, von denen aus Aktualisierungen mitprotokolliert werden.

Abgleich

Mit Vista geht man aber nun einen entscheidenden Schritt weiter, wie arstechnica berichtet: Nicht nur, dass das Feature per Default aktiviert ist, es werden auch regelmäßig Backups von Dateien und Verzeichnissen erstellt. Mittels dem Kontextmenü-Eintrag "Restore Previous Versions" können die abgespeicherten Stände wieder zum Leben erweckt werden.

Endgültig?

Ob diese Funktionalität nützlich ist oder ein Sicherheitsproblem darstellt, liegt dabei wohl im Auge der Betrachterin: Denn es würde nun nicht mehr ausreichen ältere Dateien wie bisher aus dem Papierkorb zu löschen, um sie nicht mehr auffindbar zu machen. Selbst das Wipen der Datei - also des mehrfache Überschreiben, um eine Wiederherstellung mit speziellen Tools unmöglich zu machen - würde nicht automatisch zum Erfolg führen.

Abschalten

Außerdem lassen sich per "Previous Versions" ältere Stände von ganzen Verzeichnisinhalten anzeigen. Gerade für die Überwachung der Tätigkeiten von Angestellten eine äußerst "nützliche" Funktion. Zwar lässt sich dieses Feature mittels des Eintrags "System Protection" abschalten, ob dies allerdings gerade im Firmenumfeld allen möglich sein wird, ist eine andere Frage.

Speicherhungrig

Welche Risiken die Mitspeicherung von älteren Dokumentsversionen haben kann, musste unter anderen die britische Regierung erfahren, als ein Word-Dokument einiges über seine Entstehung und gelöschte - weil unerwünschte - Passagen offenbarte. Im Gegensatz zu den Office-Dateien bedient sich "Previous Versions" allerdings einer anderen Herangehensweise: Die älteren Dateistände werden auf einem reservierten Platz auf der Festplatte abgelegt. Dieser umfasst mindestens 300 MByte kann aber bis zu 15 Prozent der gesamten Platte beanspruchen. (red)

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