Stichwort: Dornfinger

28. Juli 2006, 10:27
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Die giftigste Spinne unserer Fauna

Wien/Linz - Klein und giftig: Der Dornfinger (Cheiracanthium punctorium), die einzige auch für den Menschen gefährliche heimische Spinne, sorgt in Österreich wieder für Aufregung. Erst vor wenigen Wochen sind in Oberösterreich zwei Menschen gebissen worden. Ein Zehnjähriger musste sogar notoperiert werden. Der warme Sommer sorgt für eine weitere Verbreitung des bissigen Achtbeiners.

Ein Junge aus dem Bezirk Freistadt soll schon Mitte April bei einem Fußballspiel in den Oberschenkel gebissen worden sein, nach erfolglosen Therapieversuchen musste er notoperiert werden.

In beiden Fällen wiesen zwei kleine Löcher in der Haut auf Spinnenbisse hin - als Täter kommt nur der Dornfinger infrage, da das die einzige Spinne Mitteleuropas ist, deren Klauen groß genug sind, um die menschliche Haut zu durchstoßen. Besonders ab Juli sind die Weibchen aggressiv darauf bedacht, ihre in Wiesen versteckte Eikokons zu verteidigen.

Laut Ivo Schmerold, Vorstand des Toxikologie-Institutes der Veterinärmedizinischen Universität in Wien, sind derartige Attacken möglicherweise gar nicht so selten - sie werden oft nur nicht erkannt, da die Symptome auch Bienenstichen ähnlich sind. Die genaue Zusammensetzung des Giftes, das auch zu Kreislaufbeschwerden, Erbrechen und Fieber führen kann, ist übrigens nicht bekannt.

Die eher unscheinbaren blassen bis bräunlichen Tierchen sind vor allem im Mittelmeerraum verbreitet, kommen aber auch in wärmeren Gebieten am Rhein bis nach Mainz vor. In warmen Sommern breiten sie sich auch in Süddeutschland und Österreich aus.

  • Maximal 1,5 Zentimeter wird der Dornfinger groß. Genug, um wehzutun.
    foto: standard

    Maximal 1,5 Zentimeter wird der Dornfinger groß. Genug, um wehzutun.

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