NATO-Botschafter stimmen Ausweitung des Einsatzes zu

31. Juli 2006, 08:40
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ISAF wird auf den Süden Afghanistans ausgedehnt

Brüssel/Kabul - Die von der NATO kommandierte Internationale Schutztruppe für Afghanistan (ISAF) wird in der kommenden Woche ihren Einsatz auf den unruhigen Süden des Landes ausweiten. Die NATO-Botschafter gaben am Freitag endgültig grünes Licht für die Übernahme, teilte die NATO am Freitag in Brüssel mit. Der NATO-Oberkommandierende James Jones werde wahrscheinlich am Montag die Ausweitung offiziell bewilligen, sagte ein NATO-Sprecher. Die ISAF-Truppe ist bisher in der Hauptstadtregion Kabul sowie im Norden und Westen des Landes im Einsatz.

Mit der Ausweitung in den Süden, wo bisher US-geführte Truppen gegen die Taliban kämpfen, wird das ISAF-Kontingent auf über 18.000 Soldaten aufgestockt. Der Süden ist ein gefährliches Einsatzgebiet: In den vergangenen Monaten hatten die Taliban dort ihre Angriffe auf afghanische und ausländische Soldaten verstärkt. Außerdem sind dort Drogenschmuggler und lokale Kriegsherren aktiv.

"Taktisches, aber kein strategisches Problem"

Der US-Generalstabschef Peter Pace bezeichnet bei einem Besuch in der afghanischen Hauptstadt Kabul die Taliban als ein "taktisches, aber kein strategisches Problem". Die Menschen in Afghanistan hätten für die Freiheit gestimmt. Zusammen mit der internationalen Gemeinschaft gebe es keine Chance, dass die Taliban zu einem strategischen Problem würden, sagte er mit Blick auf die ISAF-Ausweitung weiter.

Die Taliban-Rebellen hatten sich in den vergangenen Monaten heftige Kämpfe mit den US-geführten Koalitionstruppen geliefert. Dabei waren erst am vergangenen Wochenende dutzende Menschen getötet worden. (APA)

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