Fiorentina, Lazio machen sich Hoffnung

25. Juli 2006, 21:26
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Juve und Co. warten weiter auf die "Stunde der Wahrheit"

Rom - Stunde der Wahrheit im italienischen Fußball-Skandal: Nach viertägigen Beratungen im Berufungsprozess über Spiel-Manipulationen wird vermutlich am Dienstag das Urteil gefällt. Jeder der angeklagten Spitzenklubs hat sich eigene Ziele gesetzt: AC Fiorentina und Lazio Rom machen sich Hoffnungen, doch noch dem in erster Instanz verhängten Zwangsabstieg in die zweite Liga entkommen zu können. Rekordmeister Juventus Turin baut hingegen darauf, dass es wenigstens mit weniger Strafpunkten in die Serie B starten muss. AC Milan wiederum geht es darum, in der nächsten Saison doch noch an der Champions League teilnehmen zu können.

Zunächst war das Berufungsurteil des Sportgerichts bereits am Montag erwartet worden. Doch dann ließ der Vorsitzende Richter Piero Sandulli die Beweisaufnahme verlängern. Wann genau das Urteil kommt, ließ er offen: Italienische Medien meinen, vermutlich am Dienstag, allerspätestens am Mittwoch.

"Florenz und Lazio beginnen wieder zu hoffen", schrieb die Zeitung "Corriere della Sera" am Montag in großen Lettern. Fiorentina-Präsident Diego Delle Valle meinte gar: "Wir sind Opfer des Systems." Dagegen habe "Juve" vor allem auf die "verheerenden finanziellen Folgen" verwiesen. Ob die Richter tatsächlich Gnade zeigen, ist aber unklar. Schließlich hatte die Anklagebehörde unmissverständlich für Härte plädiert. Umfragen zeigen: Auch die Mehrheit der Tifosi will eine klare Verurteilung der Schuldigen.

Zudem drohen die Vereine, bei einem "ungünstigen Urteil" vor Zivilgerichte zu ziehen. Dadurch könnte sich der für Ende August geplante Saison-Start in der Serie A verschieben. Es heißt, das zuständige Verwaltungsgericht in Rom habe bereits eigens Termine im Ferienmonat August frei gehalten. Auch Schiedsrichter Massimo De Santis, der zu Gunsten von "Juve" gepfiffen haben soll und deshalb in erster Instanz viereinhalb Jahre "Berufsverbot" bekam, spielt laut Zeitungsberichten mit dem Gedanken zu klagen.

Zudem könnte es noch weitere Überraschungen und Prozesse geben: Im größten Skandal der Fußballgeschichte hat neben dem nationalen Fußballverband (FIGC) auch die Staatsanwaltschaft in Neapel Ermittlungen aufgenommen.(APA/dpa)

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