Linke droht mit verstärkten Wahlprotesten

23. Juli 2006, 10:16
2 Postings

Knapp unterlegener Kandidat Obrador fordert Neuauszählung der Stimmen - Furcht vor Gewaltausbrüchen

Mexiko-Stadt - Das bei der mexikanischen Präsidentenwahl knapp unterlege Links-Lager hat mit einer erheblichen Ausweitung der Proteste gedroht, falls es nicht zu einer Neuauszählung der Stimmen kommt. Sollten die Konservativen weiter eine Überprüfung ablehnen, müsse entschieden werden, wie der soziale Widerstand im Land verstärkt werde, Das sagte ein Sprecher des Linkskandidaten Andres Manuel Lopez Obrador.

Furcht vor Gewaltausbrüchen

Beobachter befürchten, dass die bislang friedlichen Proteste, die unter dem Motto des zivilen Ungehorsams laufen, in Gewalt umschlagen könnten. Vor Kurzem gab es dafür bereits erste Anzeichen, als Anhänger von Lopez Obrador auf Calderons Wagen schlugen und den Politiker lautstark beleidigten. Lopez Obrador lehnte es ab, den Vorfall zu verurteilen.

Seit der Wahl am 2. Juli, die Calderon mit weniger als einem Prozent Vorsprung gewann, hat der vor allem bei den Armen beliebte Lopez Obrador bereits zwei große Straßendemonstrationen abgehalten. Ende dieses Monats plant er eine weitere Großkundgebung in Mexiko- Stadt. Lopez Obradors Partei der Demokratischen Revolution hat einem Sprecher zufolge mittlerweile Hinweise auf Unregelmäßigkeiten in mehr als 70.000 Wahllokalen gefunden. Nach Ansicht von Wahlbeobachtern der Europäischen Union (EU) lief der Urnengang jedoch weitgehend fair ab. (APA/ag.)

Share if you care.