Kostunica: Idee eines unabhängigen Kosovo sollte "vergessen" werden

28. Juli 2006, 17:51
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Serbiens Premier: "Besser für dauerhafte Stabilität der Region" - Belgrad setzt auf "geduldige Verhandlungen"

Belgrad/Wien - Kurz vor dem Kosovo-Gipfeltreffen gibt sich Serbiens Ministerpräsident Vojislav Kostunica unbeugsam in der Frage, ob die mehrheitlich von Albanern bewohnte südserbische Provinz unabhängig werden soll. "Je schneller die gefährliche Idee vergessen wird, einen neuen Staat auf dem Gebiet Serbiens zu errichten, umso besser ist das für alle, und sicher auch für eine dauerhafte Stabilität der Region als Ganzes", sagte Kostunica laut einer Aussendung der Belgrader Regierung.

"Demokratische und nationale Politik"

Er sei überzeugt, dass ganz Serbien die "verantwortungsvolle, demokratische und nationale Politik" unterstütze, "die wir für unsere Provinz Kosovo und Metohija verfolgen", sagte Kostunica. Serbien wolle mit "geduldigen Verhandlungen" eine Übereinkunft erreichen, die für seine südliche Provinz Frieden und eine stabile Entwicklung gewährleiste.

Dabei müssten sowohl demokratische Werte als auch die Prinzipien des Völkerrechts berücksichtigt werden. Man müsse dem Kompromiss eine Chance geben, "um verantwortungsvoll das beste Maß an Autonomie für Kosovo und Metohija innerhalb Serbiens zu finden".

Treffen in Wien

Am Montag treffen in Wien erstmals seit Ende des Kosovo-Krieges im Juni 1999 die Spitzen beider Konfliktparteien zusammen, um über den künftigen völkerrechtlichen Status der Provinz zu sprechen. Kostunica und der serbische Präsident Boris Tadic vertreten Belgrad, für die UNO-Verwaltung des Kosovo kommen Präsident Fatmir Sejdiu und Ministerpräsident Agim Ceku. UNO-Chefverhandler Martti Ahtisaari erwartet keinen Durchbruch von dem ersten Treffen. (APA/red)

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    Kostunica: Je schneller die gefährliche Idee vergessen wird, einen neuen Staat auf dem Gebiet Serbiens zu errichten, umso besser ist das für alle, und sicher auch für eine dauerhafte Stabilität der Region als Ganzes.

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