Vöslauer legt gegen den Trend zu

17. August 2006, 15:23
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Wenngleich der Mineralwasserkonsum derzeit absolute Spitzenwerte erreicht, so haben die Österreicher im ersten Halbjahr weniger Mineralwasser getrunken

Wien - Der Mineralwasser-Absatz in Österreich ist von Jänner bis Ende Mai 2006 um 1,9 Prozent auf 244,4 Mio. Liter zurückgegangen. Österreichs führender Mineralwasserhersteller Vöslauer konnte dagegen um 1,9 Prozent zulegen und hat Marktanteil und Umsatz weiter gesteigert.

Die Vöslauer AG hat im ersten Halbjahr 2006 mit 150 Mitarbeitern inklusive der Lizenzmarken Pepsi, Almdudler und 7Up den Umsatz um 3,5 Prozent auf 39,7 Mio. Euro gesteigert. Bei Mineralwasser (inklusive Balance) wurden bis Ende Juni 115,3 Mio. Liter abgesetzt, sagte Vöslauer-Vorstand Alfred Hudler am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Das entspreche einem Umsatz von 29,3 Mio. Euro - um 5 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

Im Juli legte Vöslauer auf Grund der Sommerhitze um weit über 30 Prozent zu. Hudler ist daher zuversichtlich, auch im Gesamtjahr wieder "deutlich besser als der Markt zu wachsen".

Ausbau des Marktanteils

Den wertmäßigen Marktanteil im Lebensmittelhandel bei Mineralwasser konnte Vöslauer den Angaben zufolge auf 41,1 Prozent weiter ausbauen, die Mitbewerber liegen laut AC Nielsen mit 14,7 Prozent (Römerquelle) und 11,5 Prozent (Waldquelle) deutlich dahinter. "Wir machen mit und ohne Kohlensäure prickelnde Umsätze", freute sich Hudler.

Neuerlich kräftig zugelegt hat bei Vöslauer das Geschäft mit so genannten "Near Water"-Getränken, also mit natürlichen Geschmacks- und Wirkstoffen angereicherten Mineralwässern. Vöslauer Balance legte im ersten Halbjahr 2006 um 4,2 Prozent zu, während die Branche ein leichtes Minus von 0,7 Prozent eingefahren habe. "Mit Balance sind wir der Branchenmotor", zeigte sich Hudler zufrieden.

Positive Entwicklung der Auslandsmärkte

Mit 1,8 Mio. Euro erzielte Vöslauer 6,1 Prozent des Umsatzes im Ausland. Hauptexportland ist nach wie vor Deutschland, wo in diesem Zeitraum ein Umsatzplus von 72,3 Prozent erreicht wurde. "Die Entwicklung der Auslandmärkte erweist sich zunehmend als weiteres wichtiges Standbein für Vöslauer", betonte der Vorstand.

In der Gastronomie sieht sich Vöslauer "auf dem besten Weg zur Marktführerschaft". Der Marktanteil habe sich seit 2000 von 15 auf mittlerweile 30 Prozent verdoppelt, wodurch sich der Abstand zum Branchenprimus in der Gastronomie, Römerquelle, deutlich verkleinert habe. Nicht zuletzt auf Grund gezielter gemeinsamer Aktion gegen die Umsatzverluste durch Gratis-Leitungswasser sei es gelungen, eine Reihe von Neukunden zu akquirieren.

Vöslauer schätzt, dass der Gastronomie pro Jahr durch die Bestellung von Leitungswasser - anstatt stiller Mineralwässer - 77 Mio. Euro an Umsatz entgehen. Es müsse daher Mineralwasser ohne Kohlensäure - wie in Italien - aktiv angeboten werden, so Vöslauer Marketing-Leiterin Birgit Aichinger. Die Gratis-Leitungswasser-Bestellungen machen mittlerweile den Angaben zufolge ein Drittel der Gesamtwasserbestellungen aus.

Kindgerechte Flaschen

Seit Anfang Juli gibt es Vöslauer Junior im Handel speziell für die Altersgruppe von 2 bis 8 Jahren. Die kindgerechte kleinere 0,33 Liter Flasche - übrigens auch ideal für jede Damenhandtasche - mit bunten Stickern und Trötverschluss soll Kinder dazu animieren, Mineralwasser den Zucker hältigen Getränken vorzuziehen und so richtiges Trinkverhalten zu lernen. Bis Jahresende will Vöslauer 1,5 Mio. Flaschen "Junior" verkaufen, so Aichinger.

  • Artikelbild
    foto: vöslauer
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