Entsetzen bei ÖVP nach Gusenbauer-"Entgleisungen"

20. Juli 2006, 12:48
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"Rotzbuben", "Sauerei" und "Lüge" in Interview mit "Vorarlberger Nachrichten" - Fasslabend: "politischer Un-Stil"

Wien - "Rotzbuben", "Sauerei" und "Lüge" - die Wortwahl von SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer in einem Interview in der Donnerstag-Ausgabe der "Vorarlberger Nachrichten" stößt bei der ÖVP auf Entsetzen. Für den Abgeordneten Werner Fasslabend seien diese "Entgleisungen" durch nichts zu entschuldigen, "das was Gusenbauer hier darlegt, ist politischer Un-Stil".

"Wenn man einen Mörder findet, sagt man auch nicht, alle sind Mörder", kommentierte Gusenbauer in dem Interview etwa den drohenden Image-Schaden für Politiker durch den Yacht-Ausflug von Finanzminister Karl-Heinz Grasser (V) und dessen Dementi. Dieser sei außerdem nach seiner Rückkehr mit der "Dreckschleuder" durch die Gegend gerannt. Zum angeblich von der ÖVP gestreuten Gerücht, für die Sanierung der SPÖ habe es Geld vom ÖGB gegeben, meinte Gusenbauer: "Das ist die nächste Sauerei von Herrn Lopatka und den anderen Schmutzkübeln." Es gehe außerdem nicht an, "dass anständige Leute in diesem Land sich von diesen Rotzbuben anschwärzen lassen müssen".

Fasslabend erfülle der "neue Ton", den der SPÖ-Parteichef nun anstimme, "mit großer Sorge um die politische Kultur", Gusenbauer solle Österreich einen Wahlkampf auf unterstem Niveau ersparen. Und weiter: "Ich glaube nicht, dass mit dem Wild-Umherschlagen auch nur irgendjemandem gedient ist." (APA)

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