AMS & Billa: Vorbild ist Steiermark

19. Juli 2006, 20:48
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Landesgeschäftsführer Strobe verwehrt sich gegen Vorwurf, den Handelsketten Personal zu bezahlen, nur um die Arbeitsmarktstatistik zu schönen

Wien - Die neue Aktion des Arbeitsmarktservice (AMS) in Wien, den Handelsketten Billa und Interspar mit hundertprozentiger Lohnsubvention Wiedereinsteigerinnen für die Sommermonate zur Verfügung zu stellen, hat scharfe Kritik von Arbeiterkammer und Grünen ausgelöst. Vorbild für die Aktion war das Programm "Training on the Job" des AMS-Steiermark. Landesgeschäftsführer Karl-Heinz Snobe verwehrt sich gegen die Anschuldigung, den Handelsketten das Personal für Urlaubsvertretungen zu bezahlen, nur um die Arbeitsmarktstatistik zu schönen.

"Aufgesprungen"

Das steirische Programm habe im Juni 90 Frauen für Merkur betroffen, nun sei Billa mit 80 "Jobmöglichkeiten aufgesprungen". Angesichts der "speziellen Arbeitszeiten" von Montag bis Freitag von 8.00 bis 12.00 Uhr könnten es "gar keine Urlaubsvertretungen im herkömmlichen Sinn" sein, sagt Snobe. Er spricht von einer Erfolgsquote bei der Juni-Aktion von 20 Prozent.

Nach der Steiermark ist Wien auf diese Aktion aufmerksam geworden. Hier werden bei Billa, Spar und Merkur insgesamt 245 Wiedereinsteigerinnen voll subventioniert zwischen Ende Juli und Mitte August zu arbeiten beginnen. Im Wiener AMS hofft man, dass 25 Prozent der Frauen weiter beschäftigt werden. Auch das AMS Niederösterreich nutzt diesen "sinnvollen Ansatz". Der Unterschied: In Niederösterreich erhalten Billa & Co nur eine Lohnsubvention von 66 Prozent. (Michael Bachner/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.7. 2006)

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    Im Wiener AMS hofft man weiterhin, dass 25 Prozent der Frauen weiter beschäftigt werden.
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