Schönbrunn als Event- und Seminar-Schloss

23. Juli 2006, 18:34
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So viele Besucher und Umsatz und Baumaßnahmen gab es in Schönbrunn noch nie

Wien – Wien – Dem Rekord folgt der nächste. Wieder einmal saßen – fast – wie jedes Jahr die Geschäftsführer der Schönbrunner Schlossgesellschaft, Franz Sattlecker und Wolfgang Kippes, um zu verkünden: So viele Besucher und Umsatz und Baumaßnahmen gab es in Schönbrunn noch nie. Was die Investitionen betrifft, müsste man wohl peniblerweise ergänzen: Zumindest seit 1918. Zunächst die Besucherzahlen von 2005: Das waren 2,9 Millionen Eintritte; ein Plus von vier Prozent. Davon entfallen 2,3 Millionen auf das Schloss selbst – der Rest entfällt auf Sisi-Museum und Hofmobiliendepot.

Umsatserlöse rekordmäßig

Das machte sich natürlich auch bei den Umsatserlösen rekordmäßig bemerkbar: Ein Plus von 7,3 Prozent auf 27,6 Millionen Euro. Diese wiederum schlugen noch einmal rekordträchtig auf das operative Ergebnis durch: 11,2 Millionen Euro – die wiederum zum Großteil umgehend in Rekordinvestitionen umgeleitet wurden. Soweit Sattleckers Bilanz. Und die geht munter so weiter: Heuer registrierte er bereits schon wieder ein Besucherplus von 11,5 Prozent – aber das habe in erster Linie mit dem Touristenstrom zum Mozartjahr zu tun, so Sattleckers Analyse.

Nächste Sanierungsschritte

Kippes wiederum bereitet die nächsten Sanierungsschritte und Ausbauvorhaben vor. Eines der wichtigsten Projekte ist die Instandsetzung des Kronprinzentraktes im Erdgeschoß: Dort werden bis 2008 insgesamt vier Millionen Euro investiert – um Räume für "hoch anspruchsvolle Sonderausstellungen und Events" zu schaffen, so Kippes.

Ausbau im Orangerie-Trakt

Dazu kommt ein Ausbau im Orangerie-Trakt: Dort wird im "Apothekertrakt" auf 2500 Quadratmetern ein "Seminarzentrum für höchste Ansprüche" eingerichtet. Die Schönbrunn-Geschäftsführer haben vor allem die Wiener Wirtschaft als Zielgruppe im Auge, um sich neben dem Tourismus ein zweites wirtschaftliches Standbein aufzubauen. Die für die Touristen einschneidendeste Maßnahme ist die Sanierung der nördlichen_Freitreppe; "die ist fällig, die macht uns statische Probleme", so Kippes. 2007 soll dann auch die Sanierung der großen Galerie beginnen – die musste verschoben werden, da der Bund während des EU-Vorsitzes sie heuer noch zweimal beanspruchte.

Vollkommen offen ist immer noch die Vorfeld-Gestaltung: Da soll es ab September wieder Gespräche mit der Stadt Wien geben.(frei, DER STANDARD Printausgabe 20.7.2006)

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