Regenbogen-Parade für "gleiche Rechte statt warmer Worte"

15. Juni 2000, 12:07

Wien geht wieder andersrum - Am 17. Juni

Wien - Wien geht wieder andersrum: Am 17. Juni erwarten die Veranstalter der Regenbogen-Parade, Christopher Street Day (CSD), 80.000 Menschen, die für die Rechte von Schwulen, Lesben und Transgender-Personen "andersrum" gegen die Einbahn um den Wiener Ring marschieren.

"Wir fordern gleiche Rechte statt warmer Worte"

Angesichts des Regierungswechsels rückte der politische Aspekt der Veranstaltung mehr in den Mittelpunkt. "Wir fordern gleiche Rechte statt warmer Worte", sagte die Grüne Nationalratsabgeordnete Ulrike Lunacek bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Wien. Für viele Homosexuelle sei das Ausleben ihrer Veranlagung noch immer mit vielen Problemen behaftet.

Auch die Vertreter der anderen Oppositionsparteien sprachen sich für mehr Akzeptanz gegenüber Schwulen und Lesben aus. "Es geht nicht nur darum, die Diskriminierung zu unterbinden, sondern auch positive Rechte für die Betroffenen zu formulieren", sagte der SP-Klubobmann Peter Kostelka. "Es ist unglaublich, dass Österreich bei den Rechten der Homosexuellen noch immer Schlusslicht Europas ist", kritisierte Alexandra Bolena vom Liberalen Forum Wien.

Zeichen setzen

Die Organisatoren wollen auch auf der Parade selbst ein politisches Zeichen setzen. So wird auf der Höhe der Universität quer über die Ringstraße eine drei Meter hohe schwarz-blaue "Mauer des Schweigens" errichtet werden, die von Vertretern des Vereins CSD schließlich zerstört werden soll.

Treffpunkt für die Regenbogen-Parade ist ab 14.00 Uhr am Wiener Schwedenplatz. Um 15.00 setzt sich der bunte Zug - begleitet von vielen Lkw, Sattelschleppern und einer Liliputbahn - in Richtung Burgtor in Bewegung. Gegen 16.00 Uhr wird vor dem Wiener Heldenplatz auf der Hauptbühne die Abschlusskundgebung stattfinden und mehrere Künstler werden auftreten. Das Ende ist für 22.00 Uhr angesetzt. (APA)

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