Greenpeace enttäuscht über Ergebnisse

17. Juli 2006, 13:08
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Umweltschützer: Verdoppelung der Atomreaktoren würde Treibhausgasemissionen nur um drei bis vier Prozent reduzieren

Wien - Mit Enttäuschung reagiert die Umweltorganisation Greenpeace auf die Ergebnisse des G-8-Gipfels in St. Petersburg, bei dem bei der Energieversorgung der Schwerpunkt auf fossile und atomare Kraftwerke gelegt worden sei. "Ein gewaltiger Rückschritt, bedenkt man, dass dies nicht nur das globale Klima gefährdet, sondern auch die Gefahr von kriegerischen Konflikten erhöht. Gefragt ist in den nächsten Jahrzehnten saubere und friedliche Energiegewinnung. Dessen sollten sich die G-8-Führer annehmen", so Greenpeace-Energiesprecher Jurrien Westerhof.

Obwohl Atomenergie derzeit mit weniger als drei Prozent Anteil am weltweiten Gesamtenergieaufkommen eine vernachlässigbare Rolle spiele, soll ausgerechnet ein Ausbau der Atomkraftwerke den Klimakollaps verhindern. "Eine Verdoppelung der derzeit vorhandenen 440 Reaktoren würde die Treibhausgasemissionen um lediglich drei bis vier Prozent reduzieren. Selbst eine Verzehnfachung hätte lediglich zur Folge, dass die Uranvorräte bald erschöpft wären. Wenn die G-8-Führer gegen den Klimawandel aktiv werden wollen, dann sollen sie beim Verkehr ansetzen, statt die Wünsche der Atomlobby zu erfüllen", so Westerhof.

Nächste Woche stimme der EU-Wettbewerbsrat über eine Aufstockung der Euratom-Kredite ab. Da hier einstimmig entschieden werde, habe Österreich die Möglichkeit, einen Ausbau der Atomenergie zu verhindern. Die zuständige Forschungsministerin Elisabeth Gehrer müsse Österreichs Anti-Atompolitik verteidigen und gegen eine Aufstockung stimmen, fordert Greenpeace. Österreichisches Steuergeld dürften keinesfalls für neue Atomkraftwerke verwendet werden. (APA)

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