[dag]: Nachbar zangt o'

19. Juli 2006, 20:31
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Uber die Wechselwirkung von Hitze, Beton und Gemüt im Gemeindebau

Leser Gerd P. stellt uns für Studien über die Wechselwirkung von Hitze, Beton und Gemüt honorarfrei seinen Dialog mit einem Nachbarn im Hof des Gemeindebaus in Wien-Margareten zu Verfügung. Gerd war gerade im Begriff, mit dem Rad in die Arbeit zu fahren.

Gerd: "Morgen."
Hauspartei: "Wo wohnan Se? "
G: "Bitte?"
H: "Wo wohnan Se?"
G: "Warum? "
H: "Weu i des wissen wü!"
G: "Warum wollen Sie das wissen und wo wohnen Sie?"
H: "Heast, i bin do der wos die Frogn stöht!"
G: "Ich wohne hier. Und Sie? "
H: "Des mit de Radl, des geht nimma aso. Do on dem Glanda und überhaupt. Des is mei private Einfohrt und do braucht kana sei Radl ohenga. Obwohl, i waas eh scho, wo Sie wohnan, do om in da Zwara-Wohnung. Wer is des schnö? Da Mathy, oda? Den wer'i a glei ozang. Eich ole weri ozang. Sie, den Mathy und olle Ondan mit eanane Fohrradl."
G: "Können Sie mir bitte erklären, wovon sie überhaupt sprechen? "
H: "Ihna brauch i goa nix erklärn, weu mit Ihna red i ned, weu fia mi existieren sie goa ned."
G: "Na wenn das so ist, wünsche ich noch weiter einen schönen Tag."
H: "Oida! Schleich di mit deim Radl, solongst no konnst. De Polizei wird eich den Rest üwamitteln."
(Daniel Glattauer, DER STANDARD Printausgabe, 17.07.2006)

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