Auch FPÖ fordert Grasser-Rücktritt

17. Juli 2006, 13:30
18 Postings

Grünen wollen Aufklärung über Kontakte zu Flöttl und Meinl

Wien - Angesichts der Berichte über einen Yacht-Ausflug von Finanzminister Karl-Heinz Grasser (V) mit dem in die BAWAG-Affäre verstrickten Investmentbanker Wolfgang Flöttl kommt auch Kritik von FPÖ und Grünen. Die FPÖ fordert, wie auch SP-Budgetsprecher Christoph Matznetter, den Rücktritt des Finanzministers. Die Grünen verlangen Aufklärung über die Kontakte Grassers zu Flöttl sowie zum Bankier Julius Meinl V., auf dessen Yacht das Treffen im August 2005 stattgefunden hatte.

Für die FPÖ ist Grasser "rücktrittsreif". Generalsekretär Harald Vilimsky kritisiert, dass Grasser den zweitägigen Yacht-Ausflug ursprünglich dementiert hatte ("Frei erfunden", "Schwachsinn"). Öffenbar gebe es zwischen Grasser und Flöttl aber eine schon länger andauernde Bekanntschaft. "Die Bawag-Causa entwickelt sich immer mehr zu einem rot-schwarzen Kriminal- und Gangster-Roman, in der das rot-schwarze Machtgeflecht in Österreich die Hauptrolle bzw. den Hauptverdächtigen spielt", so der FP-Bundesrat.

Grüne fordern von Grasser Beweise

Für die Grünen muss Grasser nun beweisen, dass das "Schubladisieren" des BAWAG-Berichts der Bankenaufsicht im Jahr 2001 kein "Freundschaftsdienst" an Flöttl war. "Wenn Grasser nicht umgehend aufklärt, setzt er sich dem Vorwurf des Amtsmissbrauchs aus", meint Grünen-Budgetsprecher Werner Kogler.

Außerdem müsse Grasser das Beziehungsgeflecht zwischen ihm, Flöttl und Meinl aufklären. Wissen will Kogler u.a. warum Grasser seinen Pressesprecher Manfred Lepuschitz nach nur einem Monat im Kabinett als Staatskommissär des Finanzministeriums in die Meinl-Bank geschickt hat. (APA)

Share if you care.