Salzburger Festspiele auf Rekord-Kurs

14. Juli 2006, 12:38
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Size matters: Programm, Budget und Interesse so groß wie nie

Salzburg (APA) - Noch gut eine Woche, dann legen die Salzburger Festspiele mit ihrem Jubiläumsprogramm zu Mozarts 250. Geburtstag los. Am 23. Juli 2006 um 17.30 Uhr beginnt dieses Festival mit einer Jedermann-Vorstellung, und bis zum 31. August stehen insgesamt 235 Veranstaltungen aus den Bereichen Oper, Konzert, Schauspiel und Literatur auf dem Programm. Im Zentrum dieser Jubiläums-Festspiele steht Peter Ruzickas Projekt Mozart 22, bei dem sämtliche 22 Bühnenwerke Mozarts aufgeführt werden sollen.

An 40 Spieltagen wird es 87 Opernvorstellungen geben, das ist mehr als doppelt so viel wie in einem normalen Jahr. Auch das Schauspiel legt zu, insgesamt hat Schauspielchef Martin Kusej 81 Vorstellungen auf's Programm gesetzt. Dementsprechend höher ist auch das Kartenkontingent: So haben die Festspiele heuer 242.000 Karten aufgelegt, das sind knapp 38.000 Eintrittskarten mehr als im Jahr 2005.

Run auf die Karten

Das ursprünglich mit Naserümpfen bedachte Projekt "Mozart 22" hat sich als Publikums-Renner erwiesen, für sämtliche Opern gibt es keine oder nur noch einzelne Karten. Der mögliche Höhepunkt dieses Jubiläums-Festspiels - "Le nozze di Figaro" in der Regie von Claus Guth mit Nikolaus Harnoncourt und Anna Netrebko als Susanna - ist gar acht Mal überbucht, obwohl insgesamt sieben Vorstellungen mit dieser Eigen-Produktion angesetzt sind. Neu und von Pierre Audi nur für Salzburg inszeniert wird auch "Die Zauberflöte", Riccardo Muti wird dirigieren. Auch die Mozartopern-Trilogie "Irrfahrten" in der Regie von Joachim Schlömer sowie eine historisierende Produktion der Fragmente "Apollo et Hyacinthus" und "Die Schuldigkeit des ersten Gebotes" werden erstmals und ausschließlich in Salzburg zu sehen sein.

Dazu kommen eine mit Mozarts "Zaide" kombinierte Chaya Czernowin-Uraufführung mit dem Titel "Adama" sowie die Koproduktionen von "Il re pastore" (Bremen, Bonn), "Lucio Silla" (Venedig), "Il sogno di Scipione" (Klagenfurt), "Idomeneo" (Baden-Baden), "Bastien und Bastienne" und "Der Schauspieldirektor" (Salzburger Marionettentheater), "Mitridate, re di ponto" (Bremen), "La finta Giardiniera" (Stiftung Mozarteum und Salzburger Landestheater). Wieder aufgenommen werden "Cosi fan tutte", "Die Entführung aus dem Serail", "Don Giovanni" und "La clemenza di Tito". Abgerundet wird das Opern-Angebot der Salzburger Festspiele 2006 mit dem Mannheim-Gastspiel von "Ascanio in Alba", der konzertanten Aufführung von Mozarts "Betulia Liberata", einer Idomeneo-Bearbeitung von Richard Strauss sowie der ebenfalls konzertanten "Gogo no Eiko"-Uraufführung von Hans Werner Henze.

Gesprochenes

Das Schauspiel wird heuer neben dem unverzichtbaren "Jedermann" die Neuinszenierungen von Nestroys "Höllenangst" und Molieres "Tartuffe" sowie vier Stücke der Reihe "Young Directors Project" präsentieren. Dazu kommen Lesungen von Josef Hader und Max Goldt, Gastspiele von Kleists "Amphitryon", "Les Etourdis" und eine Meg Stuart-Uraufführung mit dem Titel "It's not funny". Dazu gibt es 23 Vorstellungen aus der Literatur-Reihe "Magazin des Glücks", darunter eine theatralische Uraufführung von Albert Ostermaier.

Die Festpiele in Zahlen

Für die 19 abendfüllenden Opernprogramme sind 150 Solisten - in einem Normaljahr sind es rund 70 - und 24 Orchester verpflichtet worden. Die Festspiele finden an 14 verschiedenen Spielorten statt, heuer steht nach der Neubau-Phase ja auch das in ein Haus für Mozart umgebaute kleine Festspielhaus wieder zur Verfügung. Das Budget der Salzburger Festspiele ist mit 51,4 Millionen um rund 7,5 Mio. Euro höher als 2005, die Subventionsgeber gewährten eine Sonder-Unterstützung für das Mozartjahr in der Höhe von 2,5 Mio. Euro.

Ebenfalls Rekorde melden die Festspiele in Sachen journalistisches Interesse. So haben sich 600 Journalisten akkreditiert, 200 mussten abgewiesen werden, weil die Festspiele "nur" 4.000 Pressekarten zur Verfügung stellen können. Die Fernsehteams kommen aus aller Welt, darunter Brasilien, Australien oder Korea. Sämtliche der 22 Mozart-Opern werden mitgefilmt und im Oktober als DVD auf den Markt kommen. Fernseh-Liveübertragungen von "Figaro" (26. Juli), "Die Zauberflöte" (4. August) und "Don Giovanni" (15. August) sind im ORF und ARD geplant, "Mitridate" und "Zaide-Adama" werden zeitversetzt im BR, 3Sat und ZDF ausgestrahlt. (APA)

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