Kritik an Plan Belgrads zu Mladic-Ergreifung

13. Juli 2006, 13:47
2 Postings

"Nur leere Propaganda" - Plan enthält lediglich einen Appell an den flüchtigen Ex-General

Belgrad - "Das ist nur leere Propaganda. Nur ein Zeitgewinn. Der Plan enthält einfach nichts", zitierte die Belgrader Tageszeitung "Blic" eine dem UNO-Tribunal nahe stehende Quelle. Demnach enthält der Aktionsplan der serbischen Regierung zur Festnahme des als Kriegsverbrecher gesuchten früheren Militärchefs der bosnischen Serben, Ratko Mladic, lediglich einen Appell an den flüchtigen Ex-General, sich dem Haager Tribunal zu stellen.

Mangelnden Zusammenarbeit

Der serbische Regierungschef Vojislav Kostunica will den Plan am kommenden Montag der EU-Kommission in Brüssel präsentieren. Dem UNO-Kriegsverbrechertribunal (ICTY) wurde er bereits zugeleitet.

Unter Berufung auf dieselbe Quelle berichtete "Blic", dass "es nun offensichtlich ist, dass alle Helfer Mladics aus den Streitkräften kommen. (...) Das Netz der Helfer Mladics wird nicht von Bodyguards, sondern von Personen geleitet, die hochrangige Positionen bekleideten, das heißt, während des Krieges höchste Militärränge innehatten."

Bodyguards und Helfer festgenommen

Die serbischen Behörden hatten seit Jahresbeginn mehrere ehemalige Bodyguards und Helfer Mladics festgenommen. Die Fahndung nach dem Haager Angeklagten blieb dennoch ohne Ergebnis. In der südserbischen Stadt Nis wurden am Mittwoch vier Mitglieder einer NGO zur Polizeivernehmung zitiert: Sie hatten Graffitis mit der Abbildung Mladics und der Aufschrift "Er wird wegen Völkermordes gesucht" gesprüht. (APA)

Share if you care.