SPÖ-Frauen fordern "Famcops" nach US-Vorbild

14. Juni 2000, 17:17

Polizistinnen sollen als Ansprechpartnerinnen für Opfer von familiärer Gewalt fungieren

Wien - Im Rahmen eines Pressegespräches der Wiener SPÖ-Frauen anlässlich der Kampagne "Stopp! Halt der Gewalt" wurde am Mittwoch das amerikanische Modell der "famcops" präsentiert. Die Direktorin der Domestic Violence Unit der New Yorker Polizei, Lucia Davis-Raiford, und Barbara Blackman-Betegon, Police Officer der New Yorker Polizei, stellten die Erfahrungen und die Arbeit der "famcops" vor.

In einer eigenen Einheit arbeiten die "famcops" vernetzt mit anderen Einrichtungen und fungieren als Ansprechpartnerinnen für Opfer von familiärer Gewalt. "Gewalt gegen Frauen und Kinder ist ein gesellschaftliches Problem, Gewalt in der Familie geht uns alle an", hob Stadträtin und Wiener SPÖ-Frauenvorsitzende Renate Brauner hervor.

"missing link"

Die New Yorker Einrichtung sei ein "ganz, ganz wichtiges Instrument", das sie sich auch für die Wiener Polizei wünschen würde. Eigens geschulte Beamtinnen, die als Ansprechpartnerinnen gelten, für die polizeiliche Nachbetreuung von Gewaltdelikten in der Familie aber auch für Präventions- und Aufklärungsarbeit zuständig sind, wären ein "missing link" im bestehenden Netz der Anti-Gewalt-Arbeit.

Der Generalinspektor der Sicherheitswache Wien, Franz Schnabl, betonte die Sinnhaftigkeit speziell geschulter Polizeibeamtinnen, deren Hauptarbeit im Bereich die Nachbetreuung von Opfern familiärer Gewalt liegen könnte. (APA)

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