EU will Roaming-Tarife bis 2008 radikal senken

30. Juli 2006, 17:23
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Kommission verabschiedet entsprechenden Verordnungsentwurf - Handy-Telefonieren im Ausland soll bis zu 70 Prozent billiger werden

Brüssel - Die EU will Handy-Telefonieren bis spätestens 2008 radikal billiger machen. Die Kommission hat am Mittwoch einen entsprechenden Verordnungsentwurf verabschiedet. Demnach soll die EU schon ab Mitte 2007 in die Großhandelspreise eingreifen. Sechs Monate nach In-Kraft-Treten will die Kommission automatisch fixe Obergrenzen für die Roaming-Tarife beim Endkunden vorschreiben.

Für getätigte Anrufe vom EU-Ausland in die Heimat soll dann zunächst inklusive Mehrwertsteuer eine Limit von rund 59 Cent pro Minute gelten, für lokale Anrufe im EU-Ausland 38 Cent pro Minute. Die Passiv-Gebühren sollen mit 20 Cent begrenzt werden. Laut EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso sollen Handy-Gespräche im Ausland dadurch um bis 70 Prozent billiger werden.

Zum Vergleich: Mit einem heimischen Handy kostet ein Anruf aus Belgien nach Österreich derzeit durchschnittlich 1,06 Euro, ein lokales Gespräch in Belgien 0,93 Euro pro Minute und die Passivgebühr liegt bei 0,57 Euro. Die neuen Limits sollen nach 2008 jährlich überarbeitet und dabei jedes Mal weiter leicht gesenkt werden. Für SMS- und Daten-Gebühren wird es keine Regulierung geben. Europaparlament und EU-Rat müssen der Verordnung noch zustimmen. (APA)

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