Völlige Unabhängigkeit von der Telekom - Der alternative Festnetzanbieter UTA startet mit Entbündelung

15. Juni 2000, 07:28

Voraussetzungen sind ein Mindestgesprächsvolumen von monatlich 3000 Schilling und ein ISDN-Anschluss

Der österreichische alternative Festnetzanbieter UTA Telekom startet mit der Öffnung der so genannten "letzten Meile", dem direkten Zugang über die Kupferadern bis in die Haushalte der Telefon-Kunden, der bis Mitte des Vorjahres der Telekom Austria (TA) vorbehalten war. Die ersten "entbündelten" Kunden sind seit 7. Juni direkt an das UTA-Netz angeschlossen, heißt es in einer Presseinformation vom Mittwoch, in der Anfangsphase beschränkt sich die Öffnung jedoch auf den 10. und 7. Wiener Gemeindebezirk, Kärnten (Villach und Spittal an der Drau) sowie Oberösterreich (Linz und Steyr).

Völlige Unabhängigkeit

Der Direktanschluss bedeutet völlige Unabhängigkeit von der TA, wobei die Kunden ihre Rufnummer behalten können. UTA-Kunden zahlen im eigenen Bundesland während der Geschäftszeit 60 Groschen je Minute beziehungsweise österreichweit 64 Groschen. In der Freizeit fallen österreichweit lediglich 27 Groschen an, heißt es weiter. Dabei werde sekundengenau ab der ersten Sekunde abgerechnet, betont UTA. Die Grundgebühr für den ISDN-Anschluss betrage monatlich 275 S (alle Angaben exkl. Ust). Grundgebühren sind nur mehr der UTA zu entrichten.

Für die Übertragung des Anschlusses von der TA an UTA entstehen keinerlei Kosten. Die Voraussetzungen, um "entbündelt" zu werden und von der TA komplett zu UTA zu wechseln, sind ein aktuelles Mindestgesprächsvolumen von monatlich 3000 S (exkl. USt) und ein ISDN-Anschluss. Die Aufrüstung von analogen Telefonanschlüssen auf ISDN honoriere UTA mit einer Gutschrift.

Planung

Nach dem Startschuss in Wien, Kärnten und Oberösterreich wird UTA Unbundling schrittweise österreichweit in allen Ballungszentren anbieten, im Juli werden Standorte in St. Pölten und Wiener Neustadt folgen. Bis Ende des Jahres sollen 50 Prozent aller KMU (Kleine und Mittelständische Unternehmen) und SOHO (Small Offices and Home Offices) in Wien sowie ein Drittel dieser Kunden österreichweit direkt an das UTA-Netz angeschlossen sein, heißt es. Bis Ende 2001 rechnet UTA in diesen Kundensegmenten mit einer Unbundling-Netzabdeckung von 90 Prozent in Wien und von 50 Prozent im gesamten Bundesgebiet. (APA)

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