Gmundner Molkerei will in Freistadt schwarze Zahlen sehen

30. Juli 2006, 17:01
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Molkereigenossenschaft soll bis Ende kommenden Jahres wieder in die Gewinnzone gelangen

Linz - Die Gmundner Molkerei will die Molkereigenossenschaft Freistadt bis Ende kommenden Jahres wieder in die Gewinnzone bringen. "Wir werden das Möglichste versuchen", betonte Günther Geislmayr, Generaldirektor des Gmundner Milchverarbeiters, in einer Pressekonferenz am Dienstag in Linz. Nach der Zustimmung ihrer Genossenschafter haben die beiden Unternehmen wie berichtet rückwirkend per 1. Jänner fusioniert.

Für den Produktionsstandort Freistadt wurde mit 1. Juli eine Standortgarantie von 500 Tagen vereinbart. In diesem Zeitraum werde geprüft, ob ein Arbeiten mit schwarzen Zahlen möglich ist, so Geislmayr; "Wir dürfen keine Verluste machen." Man übernehme jedenfalls keine Altlasten, betonte der Generaldirektor.

Die Molkerei Freistadt, die zuletzt einen Umsatz von 23 Mio. Euro erwirtschaftete, sei auf Grund der internationalen Preisentwicklungen in ihrem Kernbereich Butter stark unter Druck geraten. Deshalb habe sie sich entschieden, künftig mit einem stärkeren Partner zusammenzuarbeiten. Die Gmundner Molkerei könne dadurch die für eine weitere Expansion notwendige Rohstoffbasis absichern bzw. ausbauen, erklärte Geislmayr. Man habe schon bisher etwas mehr als zehn Prozent der jährlichen Liefermenge der Freistädter von 37 Mio. Kilo zu H-Milch verarbeitet.

Milchpreis bis Jahresende

Der von der Gmundner Molkerei ausbezahlte Bauernmilchpreis liegt wie im Vorjahr bei 32,63 Cent, berichtete Obmann Josef Antensteiner. Dieser solle bis Jahresende gehalten werden. Geislmayr berichtete von "enorm gestiegenen Kosten", die Rationalisierungsmöglichkeiten seien ausgeschöpft. Beim Handel könne man keine großen Sprünge erwarten, eine Preiserhöhung von fünf Prozent werde angestrebt.

Die Gmundner Molkerei erzielte im Geschäftsjahr 2005 ein Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT), das rund zwei Prozent des Umsatzes ausmachte. Dieser wiederum stieg von 133 auf 135 Mio. Euro. Die Eigenmilchmenge erhöhte sich von 261 auf 264 Mio. Kilo, jene der verarbeiteten Milch von 265 auf 270 Mio. Kilo. Die Exportquote mit Italien als Hauptmarkt wuchs von 30 auf 31 Prozent.

Anfang 2006 haben die Gmundner ihre Frischmilchverpackungen wie auch die H-Milch unter der Marke "Gmundner Milch" mit einem Drehverschluss aufgerüstet. Zur Jahreswende will das Unternehmen die ESL-Produktion ("Extended Shelf Life" - Milch mit längerer Haltbarkeit) aufnehmen. (APA)

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