Pinochets Geheimpolizeichef wirft Ex-Diktator Drogenhandel vor

31. Juli 2006, 12:22
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Ebenfalls beschuldigtter Sohn dementiert Vorwürfe des Kokainhandels

Santiago de Chile - Ein früherer Gefolgsmann von Augusto Pinochet hat dem chilenischen Ex-Diktator vorgeworfen, mit Drogenhandel ein Vermögen gemacht zu haben. Wie chilenische Medien berichteten, sagte der Ex-Chef der Geheimpolizei Dina, Manuel Contreras, während eines Verhörs aus, Pinochet habe zusammen mit seinem jüngsten Sohn einen Kokainhandel aufgezogen. Der Pinochet-Spross, Marco Antonio Pinochet Hiriart, wies die Vorwürfe am Montag zurück.

Contreras verbüßt derzeit eine zwölfjährige Haftstrafe im Zusammenhang mit der Festnahme des Führungsmitglieds der Bewegung der revolutionären Linken (MIR), Miguel Angel Sandoval, durch Dina-Agenten vor 30 Jahren. Seitdem fehlt von Sandoval jede Spur. Gegen Contreras läuft außerdem ein Verfahren wegen der Entführung von zwei Mitgliedern der MIR im Jahr 1974.

Während der Pinochet-Diktatur von 1973 bis 1990 wurden Schätzungen zufolge mindestens 3.000 Regimegegner getötet. Pinochet muss sich in mehreren Verfahren unter anderem wegen des Todes von Oppositionellen und Steuerhinterziehung in Millionenhöhe verantworten. (APA)

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