Alko-Lenker lieferte sich Verfolgungsjagd mit Polizei

12. Juli 2006, 09:08
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Amokfahrer war mit 120 km/h im Ortsgebiet unterwegs: Polizisten verletzt

Linz - Ein vermutlich alkoholisierter Mann hat am Sonntagabend der Polizei in Neuhofen an der Krems (Bezirk Linz-Land) eine wilde Verfolgungsjagd geliefert. Der Lenker, ein 48-Jähriger aus dem Bezirk Kirchdorf, raste mit bis zu 120 km/h durch dicht verbautes Gebiet und ließ sich nicht einmal durch Schüsse stoppen. Bei der Festnahme verletzte er zwei Beamte, teilte die Sicherheitsdirektion Oberösterreich am Montag in einer Presseaussendung mit.

Polizisten wollten einen Wagen kontrollieren, da stieg der Lenker des Autos plötzlich aufs Gas und raste Richtung Ort davon. Spaziergänger konnten sich gerade noch mit einem Sprung in die angrenzende Wiese in Sicherheit bringen, entgegenkommende Fahrzeuglenker hatten ebenfalls zu tun, dem Amokfahrer auszuweichen.

Geglückte Ausweichmanöver

Der Wagen rast mit bis zu 120 km/h durch das dicht verbaute Ortsgebiet. Die Polizisten folgten ihm. Immer wieder stieg der 48-Jährige plötzlich auf die Bremse - offenbar wollte er einen Zusammenstoß mit dem Streifenwagen provozieren. Mehrere Fußgänger und Radfahrer hatten Glück, dem Amokfahrer in den engen Gassen noch rechtzeitig auszuweichen.

Als die Verfolgungsjagd wieder ins unverbaute Gebiet führte, versuchten die Polizisten, den Wagen mit Schüssen in den Hinterreifen zu stoppen. Der 48-Jährige gab aber nicht auf und raste in ein angrenzendes Feld, wo sein Auto stecken blieb.

Rabiater Widerstand

Als die Beamten ausstiegen und auf ihn zukamen, verriegelte der 48-Jährige die Autotüren, zog ein zirka 30 Zentimeter langes Messer und bedrohte die Polizisten durch das Fenster. Dann stieg er wieder aufs Gas und setzte seine Flucht trotz zerschossener Reifen fort. Allerdings kam er nicht mehr weit, am Ende des Feldes krachte er in einen betonierten Zaun.

Der 48-Jährige wollte sich immer noch nicht geschlagen geben und lief zu Fuß weiter. Nach etwa 50 Metern war die Flucht aber endgültig zu Ende: Ein Beamter setzte den Amokläufer mit Pfefferspray außer Gefecht. Der Mann wehrte sich weiter mit Händen und Füßen und verletzte die beiden Polizisten an den Händen. Weil der rabiate Mann die Beamten immer noch beschimpfte und mit dem Umbringen bedrohte, wurde er in Handschellen abgeführt. Er verweigerte den Alkotest und landete in der Justizanstalt Linz.

Der Beifahrer des 48-Jährigen verfolgte die ganze Angelegenheit mit aller Ruhe und griff zu keinem Zeitpunkt in das Geschehen ein. (APA)

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