Leipheimer angeschlagen

9. Juli 2006, 16:39
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Mitfavorit verlor im Zeitfahren viel Terrain, glaubt aber an einmalige Schwäche - Gerolsteiner hält an Doppelspitze fest

Lorient - Levi Leipheimer erlebte am Samstag im ersten Einzelzeitfahren der Tour de France ein Waterloo. Sechs Minuten büßte der Mitfavorit ein. Der Traum des Vorjahrs-Sechsten vom Gesamtsieg ist wohl vorbei, Leipheimer muss sich neue Ziele setzen. "Ich habe keine Erklärung, ich hatte einfach einen schwarzen Tag, da gibt es keine Ausreden", erklärte der Teamkollege von Georg Totschnig. Das Team Gerolsteiner hält vorerst dennoch an der Doppelspitze Leipheimer-Totschnig fest.

Leipheimer glaubt an eine einmalige Schwäche, seine Rolle ist nun jener von Totschnig im Vorjahr ähnlich. Da hatte der Tiroler nach den Alpen Rückstand aufgewiesen, war in den Pyrenäen - weil er keine unmittelbare Gefahr für Armstrong bedeutete - mit einer Ausreißergruppe weggekommen und hatte den historischen Etappensieg in Ax-Trois Domaines gefeiert. Ähnliches hat nun Leipheimer im Sinn, falls in den Bergen die beim Sieg in der Dauphine-Rundfahrt gezeigte Form zurückkommt.

Zudem hat der deutsche Rennstall mit dem 24-jährigen Markus Fothen, der als Gesamt-Fünfter sogar 2:43 Minuten vor Totschnig liegt, eine dritte Option. Der Träger des Weißen Trikots des besten Nachwuchsfahrers will sich aber voll in den Dienst der zwei Kapitäne stellen. Totschnigs Position ist nach dem Zeitfahren jedenfalls gestärkt, Leipheimer muss hingegen um seine bevorzugte Rolle bangen. "Wir müssen warten, was die ersten Bergetappen bringen. Aber ich hätte auch kein Problem damit, umzustellen", erklärte Teamchef Hans-Michael Holczer zur Kapitänsfrage. (APA)

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