AK-Kunstpreis 2006: Arbeitswelten im Blickpunkt

6. Juli 2006, 11:59
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Pia Schauenburg und Irina Konecny erhielten Auszeichnungen für ihre Diplomarbeiten an der Kunstuniversität Linz

Linz - Pia Schauenburg und Irina Konecny erhielten heuer den mit je 1000 Euro dotierten Kunstpreis der oberösterreichischen Arbeiterkammer. Im Rahmen einer Sponsionsfeier wurden die Preise von der AK Oberösterreich übergeben.

Der AK-Kunstpreis, der seit sechs Jahren verliehen wird, soll Studierende der Linzer Kunstuniversität zur künstlerischen Auseinandersetzung mit gegenwärtigen und künftigen Arbeitswelten im Rahmen ihrer Diplomarbeiten anregen.

Deutsche Saisonarbeitskräfte

Pia Schauenburg erhielt den Kunstpreis für ihre Diplomarbeit "Die Deutschen kommen - Deutsche Gastarbeiter und deutsche Touristen in Österreichs Alpen". Als Künstlerin setzt sie sich mit dem Phänomen auseinander, dass immer mehr deutsche Saisonarbeitskräfte in Österreichs Tourismus einer Beschäftigung nachgehen und dabei als Arbeitskräfte auf Touristinnen und Touristen aus Deutschland treffen. Diese gleichzeitigen Ströme von Saisonarbeit und Tourismus aus dem selben Herkunftsland stellt eine neue Entwicklung dar, die viele Fragen aufwirft – arbeitsrechtliche ebenso wie gesellschaftspolitische.

"Mit künstlerischen Mitteln - wie Videoinstallationen, einer Postkartenwand und Photoserien mit tagebuchähnlichen Notizen - gelingt es Pia Schauenburg auf beeindruckende Weise, viele dieser Fragen unmittelbar sichtbar zu machen. Dabei hat sie sich selbst in beide Perspektiven eingebracht: Selbst deutsche Staatsbürgerin hat sie für ihre Diplomarbeit im österreichischen Tourismus gearbeitet und ihre eigenen Erfahrungen - sowohl als Arbeitnehmerin als auch als Touristin - dokumentiert", heißt es in der Begründung der Jury.

"Wave-Weaving"

Der Weg zu ihrer Diplomarbeit "Wave–Weaving" war auch für die zweite Preisträgerin, Irina Konecny beschwerlich. Sie entwickelte in Kooperation mit der HTL-Fachschule für Textil-Design eine neue Stoffkollektion, die sie nach einer Reihe von Schwierigkeiten letztlich mit Fachkräften einer Produktionsfirma in Gmünd umsetzen konnte.

Aus der Perspektive der Arbeiterkammer Oberösterreich zeigt dieses Beispiel, welche Rolle Kunst und Design in der modernen Arbeitswelt einnehmen können – als impulsgebende Drehscheibe im Zusammenspiel von Kreativität, technischem Know-How und fachlichem Praxiswissen. Gleichzeitig zeige die Arbeit von Irina Konecny, wie praktisches Arbeitsvermögen künstlerische Prozesse fördern und wie letztlich aus diesem Mix ein innovatives Produkt für die lokale Produktion in einer globalisierten Textilwirtschaft entstehen kann. (red)

Beide Diplomarbeiten werden derzeit in einer Ausstellung im 1. Stock der Kunstuniversität am Linzer Hauptplatz präsentiert. Ab 18. September werden die Arbeiten im Linzer AK-Bildungshaus Jägermayrhof zu sehen sein.
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