Zentrale Steuerung bei Wiener U-Bahn

13. Juli 2006, 15:13
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In Valencia werden Züge von Fahrern gesteuert - ähnlich den Straßenbahngarnituren

Wien - Ein U-Bahn-Unglück wie jenes in Valencia kann in Wien schon aus technischen Gründen nicht geschehen, sagt Johann Ehrengruber, Pressesprecher der Wiener Verkehrsbetriebe dem Standard: "Ohne unkorrekte Ferndignosen stellen zu wollen", erläutert er, die Fakten ließen darauf schließen, dass in Valencia von Fahrern gesteuerte Züge eingesetzt sind - ähnlich den Straßenbahngarnituren.

Dies sei in Wien anders, hier würden die Garnituren von einer technischen Zentrale aus gesteuert, der Fahrer habe dabei ausschließlich Kontrollfunktion. Er müsse auch einen entsprechenden Sicherheitshebel dauernd in der Hand halten. Lässt er ihn für mehr als Sekundenbruchteile aus, stoppt der Zug.

Ehrengruber nennt die Tempoüberwachung der Wiener U-Bahn "millimetergenau", das heißt: Das Streckennetz ist mit eng gesetzten Messpunkten ausgerüstet. Passiert ein Zug die Strecke zwischen den Messpunkten schneller als ihm elektronisch zugewiesen wurde, stoppt der Zug oder wird auf die richtige Geschwindigkeit gebracht.

Rein technisch könnten die Wiener U-Bahnzüge (ausgenommen jene der Linie 6) ganz ohne Fahrer gesteuert werden. Der Mann (oder die Frau) im Cockpit ist hauptsächlich für die Sicherheit beim Ein- und Aussteigen der Fahrgäste zuständig - und gibt diesen das Gefühl, nicht einer Technik ohne menschliche Kontrolle ausgesetzt zu sein. (kps, DER STANDARD Printausgabe 6.7.2006)

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