"Der Spaltpilz gedeiht in der FPÖ ganz prächtig"

13. Juni 2000, 12:23

Kuntzl: Das sind die Auswirkungen der eiskalten Sozialabbau-Politik

Wien - Riess-Passer könne sich als FPÖ-Obfrau in einer Sache beruhigt zurücklehnen - niemand von außen versuche, in dieser Partei Zwietracht zu säen, "der Spaltpilz gedeiht in der FPÖ ganz prächtig von selbst", erklärte SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Andrea Kuntzl Montag zu Aussagen Riess-Passers. Zuzuschreiben seien die Spaltungstendenzen, die sich täglich neu abzeichnen würden, den Auswirkungen der eiskalten Sozialabbau-Politik der FPÖ-Regierung, gegen die nun einzelne FPÖ-Funktionäre und einfachste Parteimitglieder zu murren beginnen.

Täuschungsarbeit

Vor allem die vernichtende Niederlage der FPÖ bei den AK-Wahlen habe Teilen der Partei einen Schock versetzt und sie veranlasst, zur Täuschungsarbeit zu schreiten. "Diese Täuschungsarbeit funktioniert aber nicht: Denn während Haider in Kärnten die Vizekanzlerin zu einem Belastungsstopp vergattert, bastelt Finanzminister Grasser in Wien bereits am nächsten Belastungspaket. Offensichtlich war es der erste Emanzipationsschritt Riess-Passers, dass sie ihren Ex-Chef mit seiner Forderung nach einem Belastungsstopp im Regen stehen gelassen hat und im Parlament vorige Woche gemeinsam mit der ÖVP ein umfangreiches Schröpfprogramm beschlossen sowie gleichzeitig einen Antrag der SPÖ für einen Belastungsstopp abgelehnt hat."

Man dürfe gespannt sein, wer der nächste in der FPÖ sein wird, der aufgrund der Auswirkungen dieser eiskalten Politik Riess-Passer seine Zustimmung verweigert. Oder schwenken Haider, Gorbach und all jene, die aufgrund von Meinungsumfragen und Wahlergebnissen nun "FPÖ-Oppositionspolitik für den kleinen Mann" betreiben, doch auch auf die "FPÖ-Regierungspolitik gegen den kleinen Mann" ein, schloss Kuntzl. (red)

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