Entsetzen in Bagdad nach Berichten über Morde durch Ex-US-Soldaten

6. Juli 2006, 15:17
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Sunnitsche Abgeordnete sieht Angriff auf "Ehre des Irak"

Bagdad/Washington - Die jüngsten Berichte über die Ermordung von vier irakischen Zivilisten und die Vergewaltigung einer jungen Frau durch einen früheren US-Soldaten haben in Bagdad Entsetzen ausgelöst. Mit der Gewalttat gegen die junge Frau sei "die Ehre des Irak" angegriffen worden, sagte die sunnitische Abgeordnete Safiah al-Suheil am Dienstag. Die irakische Regierung müsse sich in die Ermittlungen einschalten.

Das US-Justizministerium hatte am Vorabend mitgeteilt, dass gegen einen 21-jährigen, inzwischen entlassenen Soldaten ein Verfahren wegen Vergewaltigung und vierfachen Mordes eröffnet wurde. Ebenso wie die Vergewaltigung sollen die Morde am 12. März in Mahmudiyah verübt worden sein. Mehrere andere US-Soldaten sollen Zeugen der Taten gewesen sein.

"Es geht um eine Irakerin, sie steht für die Ehre aller Frauen dieses Landes", sagte Suheil zu der mutmaßlich Vergewaltigten. Das Parlament müsse die Regierung zwingen, eigene Ermittlungen anzustellen und die Verantwortlichen zu bestrafen. Einzelheiten der Bluttat waren am Montag in Washington erstmals bekannt gegeben worden. Der 21-jährige Steven Green soll demnach seinen drei Begleitern zunächst von der jungen Frau erzählt haben, bevor sie gemeinsam in das Haus nahe Mahmudiyah eindrangen. Dort habe Green die Frau vergewaltigt und erschossen. In demselben Haus habe er drei weitere Menschen erschossen, unter ihnen ein minderjähriges Mädchen.

Das US-Justizministerium machte keine Angaben zur Identität der Opfer. Die "Washington Post" berichtete unter Berufung auf Nachbarn der Todesopfer, dass es sich um ein Ehepaar und seine zwei Töchter handele. Demnach hatte die 15-jährige Tochter ihrer Mutter anvertraut, dass ihr US-Soldaten an einem nahe gelegenen Kontrollpunkt wiederholt Avancen gemacht hätten. Nach Angaben des US-Justizministeriums wurde Green am Freitag im Bundesstaat North Carolina festgenommen und am Montag einem Bundesgericht in Charlotte vorgeführt. (APA)

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