Gernhardt Nachlass zwischen Frankfurt und Marbach aufgeteilt

11. Juli 2006, 13:02
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Mehr als 1.000 Zeichnungen bleiben in Frankfurt - Gesamter literarischer Nachlass an das Deutsche Literaturarchiv Marbach

Frankfurt/Marbach - Den umfangreichen Nachlass des Schriftstellers Robert Gernhardt teilen sich seine Heimatstadt Frankfurt und das Deutsche Literararchiv in Marbach. Während mehr als 1.000 Zeichnungen in Frankfurt bleiben, geht der gesamte literarische Nachlass nach Marbach. Dies bestätigte am Montag Achim Frenz, der Leiter des Museums für Komische Kunst in Frankfurt. Der Lyriker, Zeichner und Satiriker Gernhardt - er war Autor von mehr als 40 Büchern - war am Freitag im Alter von 68 Jahren in Frankfurt gestorben.

Der Nachlass beim Deutschen Literaturarchiv Marbach umfasst Manuskripte, Notate, Korrespondenzen sowie umfangreiche Tagebücher in Gestalt von 1.200 Schreib- und Zeichenheften ("Brunnen"-Hefte). Neben Gedichtentwürfen und Skizzen enthalten sie nach Angaben des Archivs Gernhardts satirische Kommentare zur deutschen Kulturgeschichte der vergangenen 30 Jahre.

Die Stadt Frankfurt hatte sich im Mai dieses Jahres rund 1.200 Originalzeichnungen Gerhardts gesichert, die er für Zeitschriften wie die "Titanic" oder für Bücher anfertigte. Insgesamt hat Frankfurt rund 7.000 Originalarbeiten der Künstlergruppe "Neue Frankfurter Schule" gekauft. Dazu gehören neben Gernhardt noch F.W. Bernstein, Hans Traxler und der im Jahr 2004 gestorbene Chlodwig Poth. Zum Bestand hinzukommen sollen noch rund 4.000 Arbeiten des im vergangenen Jahr gestorbenen Zeichners F.K. Waechter.

Die Grafiken sollen zum Grundstock für ein eigenständiges Museum für Komische Kunst in Frankfurt werden. Derzeit ist dieses Museum noch Teil des Historischen Museums. In Frankfurt, der Satiriker-Hochburg Nachkriegsdeutschlands, wurden unter Mitwirkung Gernhardts Zeitschriften wie "pardon" und "Titanic" gegründet. (APA/dpa)

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