Tschads Ex-Präsident Habré kommt im Senegal vor Gericht

10. Juli 2006, 13:44
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Belgische Forderung abgelehnt

Nairobi - Der schwerer Menschenrechtsvergehen beschuldigte Ex-Präsident des Tschad, Hissène Habré, soll im Senegal vor Gericht gestellt werden. Das kündigte Senegals Präsident Abdoulaye Wade am Sonntag beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union in Gambias Hauptstadt Banjul an. Senegal hatte sich lange dagegen gesperrt, Habré vor Gericht zu stellen. Der Ex-Diktator lebt dort seit seinem Sturz vor 15 Jahren im Exil.

Im vergangenen Jahr war der in Belgien wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit gesuchte Ex-Präsident in Senegal verhaftet worden. Die belgische Justiz will Habré wegen Vergehen während seiner Amtszeit von 1982 bis 1990 den Prozess machen. In Belgien gibt es ein Gesetz, dass der nationalen Justiz die Strafverfolgung bei Vergehen gegen die Menschlichkeit wie Folter oder Völkermord ermöglicht, auch wenn die Taten außerhalb des Landes verübt wurden. Habré wird unter anderem vorgeworfen, er habe Gegner systematisch foltern lassen.

Erst kürzlich war der frühere liberianische Machthaber Charles Taylor verhaftet und nach Den Haag geflogen worden, wo er sich vor Gericht verantworten muss. (APA/dpa)

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