Bangladesch: Blutige Massenproteste gegen Regierung

28. Juli 2006, 15:06
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Mindestens zwei Menschen bei gewaltsamen Zusammenstößen mit Polizei getötet - Opposition will Reform der Wahlgesetze erreichen

Dhaka - Die Opposition in Bangladesch hat durch Massenproteste den Verkehr im ganzen Land zum Erliegen gebracht. Mindestens zwei Menschen starben bei den zum Teil gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei, wie Augenzeugen und Einsatzkräfte am Sonntag berichteten. Die Opposition will eine Reform der Wahlgesetze noch vor den anstehenden Wahlen im Jänner durchsetzen.

In der Hauptstadt Dhaka starb ein 45 Jahre alter Mann. Einer Oppositionspartei zufolge wurde er durch ein Gummigeschoss der Polizei getötet. Die erklärte wiederum, der Mann sei bei einer Massenpanik ums Leben gekommen. Mehr als 100 Menschen wurden verletzt, als sich Polizei und Befürworter der Regierung Schlachten mit den Anhängern der Opposition lieferten. Augenzeugen berichteten, die Polizei habe Tränengas, Knüppel und Gummigeschosse eingesetzt. Die Behörden stationierten mehr als 8.000 Sondereinsatzkräfte und paramilitärische Truppen in Dhaka.

Im Rest des Landes wurden bei ähnlichen Zusammenstößen mehr als 80 Menschen verletzt. In der Stadt Sonargaon südlich von Dhaka kam ein Polizist ums Leben, nachdem er von Aktivisten mit Steinen beworfen und mit Stöcken geschlagen worden war.

Die Opposition hat unlängst eine Serie von Streiks und Straßenblockaden organisiert. Bangladesch ist mehr als doppelt so groß wie Bayern und zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Arbeitslosigkeit unter den 140 Millionen Bewohnern lag 2004 bei etwa 40 Prozent. (APA/Reuters)

  • In der Hauptstadt Dhaka kam es zu zahlreichen blutigen Zusammenstößen.
    foto: reuteers/str/bangladesh

    In der Hauptstadt Dhaka kam es zu zahlreichen blutigen Zusammenstößen.

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