Angriff auf schiitische Moschee

3. Juli 2006, 10:52
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Scheich ermordet - Konfessionell motivierte Feindseligkeiten

Baquba/Kirkuk - Extremisten haben am Freitag im Irak eine schiitische Moschee mit Mörsergranaten angegriffen. Nach Angaben von Augenzeugen wurde die Moschee in Al-Makdadiya nordöstlich von Bagdad schwer beschädigt. Verletzt wurde bei dem Angriff am frühen Morgen niemand. In der Region nördlich der irakischen Hauptstadt Bagdad hatte es in den vergangenen Tagen Brandanschläge auf eine sunnitische Moschee sowie auf mehrere Häuser und Geschäfte von Sunniten gegeben.

Seitdem Extremisten am 22. Februar die Goldene Moschee von Samarra, eines der wichtigsten Heiligtümer der Schiiten, zerstört hatten, kommt es häufig vor, dass Sunniten und Schiiten nur auf Grund ihrer Zugehörigkeit zu der jeweils anderen Gruppe ermordet werden.

In der nordirakischen Stadt Kirkuk ermordeten Unbekannte in der Nacht auf Freitag einen einflussreichen schiitischen Stammesführer. Scheich Kamil Khodeir al-Okeili (65) war ein Befürworter der Rückkehr der Schiiten von Kirkuk in ihre Heimatstädte im Südirak. Dies lehnt ein Teil ab. Unter dem Baath-Regime von Saddam Hussein war in den achtziger Jahren ein Großteil der kurdischen Bevölkerung von Kirkuk aus der Stadt vertrieben worden. Stattdessen wurden schiitische Araber aus dem Süden angesiedelt. (APA/dpa)

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