Traben: Derby-Sieger positiv

8. Juli 2006, 21:31
1 Posting

In Taifun war Cortison - La Traviata vor Erbschaft

Wien - Die Traber-Freunde kommen sich langsam irgendwie gepflanzt vor. Da sieht man in großen Rennen tolle Leistungen, freut sich über wunderbare Pferde - und muss ein paar Wochen später erfahren: Doping-Probe positiv. So erging es den Fans des Spitzentrabers Jag de Bellouet heuer bereits zweimal. Nämlich nach dem Prix d'Amerique und jüngst nach dem Rekord-Sieg im Elite-Rennen in Stockholm.

Jetzt ist auch Österreich - wieder einmal - dran. Beim Sieger des Traber-Derbys am Pfingstsonntag, dem vierjährigen Hengst Taifun, wurden in der Doping-Analyse Spuren eines Cortison-haltigen Präparats gefunden. Somit geht, wenn sich auch die zweite Probe als positiv erweist, der Sieg an die Zweitplazierte, die Stute La Traviata.

Die Story dahinter ist immer wieder ähnlich: Meist geht es gar nicht um Leistungssteigerung, sondern um Schmerztherapie, wie sie auch bei menschlichen Athleten immer wieder notwendig ist. Nur: Der Mensch kann für sich selbst entscheiden, das Pferd wohl nicht. Also werden nicht nur Rennpferde meist wegen Entzündungen oder schmerzhafter Abnutzungserscheinungen behandelt. Im Rennen gilt aber in Europa jedenfalls die Null-Regel: Keine Medikamente dürfen nachgewiesen werden. Doch die Mittel werden manchmal im Körper nicht so schnell abgebaut, wie die Tierärzte das erwarten. Auch sind die Analyse-Methoden in den letzten Jahren wesentlich verfeinert worden.

Trainer Josef Franzl war in einer Stellungnahme gegenüber der deutschen Fach-Agentur Trot-Online fürs erste einmal ratlos: "Das Pferd wurde über einen längeren Zeitraum hinweg nicht behandelt. Schon allein aus diesem Grund kann ich mir einen positiven Dopingbefund überhaupt nicht erklären."Er hofft, dass die B-Probe "ein anderes Ergebnis"bringt. Dem gegenüber erklärt Peter Truzla, der Vizepräsident des Wiener Trabrennvereins: "In den vergangenen zehn Jahren wurden bei uns positive Ergebnisse durch die B-Probe immer bestätigt."(dol - DER STANDARD PRINTAUSGABE 30.6. 2006)

Share if you care.