Der Scala Saisonpläne

6. Juli 2006, 15:57
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Stephane Lissner rechnet mit 264 Aufführungen - Premiere mit Verdis Aida

Rom - Der Intendant der Mailänder Scala, Stephane Lissner, hat am Donnerstag die kommende Saison des prestigereichen Theaters vorgestellt. 264 Aufführungen sind in der kommenden Saison geplant. Die Premiere findet traditionsgemäß am 7. Dezember statt. Aufgeführt wird Verdis Aida unter der Leitung des Mailänder Stardirigenten Riccardo Chailly, Regisseur ist Franco Zeffirelli.

"Es gibt höchstens zwei Theater auf der Welt, die in einer einzigen Saison Opernaufführungen unter der Leitung von Stardirigenten wie Chailly, Lorin Maazel, Daniel Barenboim, Whun Chung und Roberto Abbado anbieten können. Dieses Theater strahlt eine einmalige und unerschöpfliche Energie aus", sagte Lissner. Am 1. September wird Barenboim mit dem arabisch-israelischen West-Eastern Divan Orchestra auftreten. Am 28. Mai 2007 gibt der Dirigent als Solo-Pianist ein Konzert mit Musik von Franz Liszt.

Publikum zufrieden, Finanzen gespannt

Chailly wird neben "Aida" auch "Manon Lescaut" dirigieren und die Saison 2008-2009 mit Verdis "Don Carlo" eröffnen. Am 17. Jänner 2007 wird nach 24 Jahren an der Scala wieder Wagners Oper "Lohengrin" aufgeführt. Insgesamt sind im Laufe der Saison 13 Opern und sechs Ballette geplant. Im Sommer 2007 wird erstmals auch eine Oper in drei Akten des italienischen Komponisten Fabio Vacchi Teneke nach einer Erzählung des kurdischen Schriftstellers Yashar Kemal aufgeführt. Dirigent ist Roberto Abbado, Regie führt der bekannte Filmemacher Ermanno Olmi.

Lissner konnte in seiner ersten Saison als Intendant der Mailänder Scala die Gunst des Publikums zurück gewinnen. Doch die Finanzen des Opernhauses, das nach den Abgängen des Musikdirektors Riccardo Muti und des Intendanten Mauro Meli im Frühjahr in eine schwere Krise gestürzt war, sind angespannt. So wurde bei den Abonnements eine zwölfprozentige Steigerung erzielt, für 96 Prozent der verfügbaren Plätze wurden Karten verkauft, erwartet wurden 88 Prozent.

Doch nachdem die italienische Regierung mit dem Haushaltsgesetz 2006 die Finanzierungen für die Opernhäuser stark gekürzt hat, wachsen die voraussichtlichen Schulden der Scala bis Ende 2006 auf 5,5 Millionen Euro. "Nächste Woche werde ich (den italienischen Kulturminister Francesco, Anm.) Rutelli treffen, um über die finanzielle Lage des Theaters zu diskutieren", kündigte der Intendant, der auch Wiener Festwochen-Musikchef ist, an. (APA)

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