IT-Sicherheit: Microsoft sorgt für Preisverfall

31. Juli 2006, 10:22
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Forcierter Markteintritt setzt etablierte Anbieter unter Druck

Microsoft hat sich den Ausbau seines Lösungsportfolios im Security-Bereich auf die Fahnen geschrieben. Was den etablierten Anbietern Sorgenfalten auf die Stirn treibt, könnte Unternehmen und Privatanwendern zumindest in punkto Preisgestaltung in Zukunft Vorteile bringen. "Im Bereich Virenschutz dürften die Preise für Consumer-Lösungen in Zukunft etwas sinken", prognostiziert Wolfram Funk, Senior Advisor der Experton Group, gegenüber pressetext. Im Unternehmenssegment werde sich der Wettbewerb durch den Eintritt Microsofts vor allem im "Mainstream"-Bereich verschärfen, so die Marktbeobachter der Experton Group.

Segment

Derzeit konzentrieren sich die Anbieter von Virenschutz-Lösungen genau auf dieses Segment, müssen in den kommenden zwei Jahren nun aber mit einem spürbaren Verfall der Margen rechnen. "Auch im Markt für Privatanwender ist mit einem Preisverfall der angebotenen Virenschutz-Projekte zu rechnen - nicht nur wegen Microsofts Security-Initiativen, sondern auch wegen kostenloser oder zumindest preisgünstiger Alternativen, die aus Sicht mancher Privatanwender den persönlichen Sicherheitsanforderungen ausreichend Rechnung tragen", erklärt Funk.

Argwohn

Die etablierten Antiviren-Hersteller beobachten das Engagement des Softwaregiganten naturgemäß mit einigem Argwohn. Symantec etwa warnt Microsoft bereits davor, sein neues Betriebssystem Vista mit einer eigenen Antiviren-Software zu koppeln. "Wenn sie es tun, werden sie damit eine große Debatte darüber auslösen, ob dies eine Verletzung der Monopolsituation darstellt", so Symantec-Chef John W. Thompson gegenüber der Financial Times Deutschland.

Komplex

Im Bereich komplexer Lösungen für sehr hohe Sicherheitsanforderungen können die spezialisierten Anbieter gegenüber Microsoft aber auf ihren technologischen Vorsprung bauen. Darüber hinaus knabbert der Softwareriese im Bereich IT-Sicherheit noch an seinem angekratzten Image und muss seine Leistungsfähigkeit erst noch unter Beweis stellen. "Vor allem die Virenschutzanbieter müssen nun dafür sorgen, dass sie Microsoft technologisch einen Schritt voraus sind bzw. mit wettbewerbsfähigen Produktpaketen auf den Angriff Microsofts reagieren", sagt Funk. Insbesondere die Gestaltung der Produkte, Dienste und Preise durch die Anbieter werde künftig ein wichtiges Differenzierungsmerkmal sein.

"Microsoft wird langfristig einen Teil des Privatkundenmarkts besetzen, auch wenn das vor 2008 noch nicht stark zu spüren sein wird", meint Funk gegenüber pressetext. Weil die Bedrohungsszenarien komplex bleiben und sich weiter entwickeln, sieht der Experte aber im Privatkundensegment neben Freeware- und Microsoft-Lösungen auch weiterhin Bedarf an den Produkten dezidierter Security-Anbieter.(pte)

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