Venezuela hilft Bolivien bei industrieller Nutzung der Koka-Pflanze

3. August 2006, 14:52
4 Postings

Chavez als Financier des Morales-Projekts - Anlage eröffnet - Koka-Torte für Fidel Castro zum 80er?

La Paz/Wien - Boliviens Präsident Evo Morales geht mit Hilfe des venezolanischen Staatschefs Hugo Chavez daran, die Kokapflanze industriell zu nutzen. Dies berichten lateinamerikanische Medien. Zu diesem Zweck eröffnete der ehemalige Koka-Bauer dieser Tage in der Ortschaft Chulumani die erste Koka-Weiterverarbeitungsanlage. Dort soll unter anderem Koka-Tee hergestellt werden. Chávez steuert im Rahmen des am 29. April dieses Jahres zwischen Bolivien, Kuba und Venezuela abgeschlossenen Handelsabkommens der Bolivarianischen Alternative für Amerika (ALBA) 125.000 US-Dollar für das Projekt bei.

Nicht zuletzt wolle man der Welt durch das Projekt zeigen, dass Koka nicht gleich Kokain sei und die Pflanze viele sinnvolle medizinische wie ernährungsspezifische Vorzüge biete, heißt es. Davon soll sich auch Kubas Staatschef Fidel Castro persönlich überzeugen können, dem Morales zum 80. Geburtstag eine Koka-Torte schenken will.

In seiner Ansprache hob der erste Indio-Präsident Boliviens die traditionelle Bedeutung von Koka in der Kultur des Anden-Staates hervor und bekräftigte dabei sein Vorhaben, weiter für die Streichung der Kokapflanze von der UN-Liste der illegalen Drogen zu kämpfen. Bisher war diesen Bemühungen auf internationaler Ebene allerdings wenig Aussicht auf Erfolg beschieden.

Mit Argentiniens Präsident Nestor Kirchner wolle er demnächst ebenfalls über die Zulassung der Pflanze sprechen, die bereits in einigen nördlichen Provinzen (etwa in Salta) legal konsumiert werden kann, erklärte Morales. Für seine Partei MAS ist das Koka-Thema seit jeher von zentraler Bedeutung. Gleichzeitig mahnte der Präsident vor einer Überproduktion der Pflanze. So solle verhindert werden, dass Koka für die verbotene Kokainproduktion abgezweigt werde. (APA)

Share if you care.