Amsterdam: Säureanschlag auf Bild vermutlich Werk eines Wiederholungstäters

27. Juni 2006, 15:21
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Polizei hat einen als "Dürer-Attentäter" bekannt gewordenen Deutschen im Verdacht

Amsterdam - Der Säureanschlag auf ein Meisterwerk des Amsterdamer Reichsmuseums geht offenbar auf das Konto eines 69-jährigen Deutschen aus Hamburg. Weitere Angaben zu dessen Identität wollte die Polizei wie in den Niederlanden üblich nicht machen. Die Zeitung "Telegraaf" berichtete jedoch, es handele sich um einen als "Dürer-Attentäter" bekannt gewordenen Mann, der schon unzählige Kunstwerke mit Säure beschädigt hat und bis vor zwei Jahren in einer psychiatrischen Klinik in Hamburg gesessen war.

Das am Sonntag mit Säure besprühte monumentale Gemälde "Schützenmahlzeit zur Feier des Friedens von Münster" von Bartholomeus van der Helst aus dem Jahr 1648 ist inzwischen zur Renovierung abgehängt worden. Das Bild zählt zu den Prunkstücken des Reichsmuseums. Es ist etwa 5,5 mal 2,3 Meter groß und wurde nur an der schützenden Firnis-Schicht beschädigt. Der mutmaßliche Täter soll nach Angaben eines Polizeisprechers am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt werden. Noch ist nicht entschieden, ob er in den Niederlanden angeklagt oder nach Deutschland ausgewiesen wird.

Der mutmaßliche Täter hat 1988 drei Werke von Albrecht Dürer in der Alten Pinakothek in München mit Schwefelsäure verätzt. Weit mehr als 100 Beschädigungen von Kunstwerken gehen auf sein Konto. Er floh bereits zwei Mal aus der Psychiatrie, so dass Museen höchsten Alarm ausriefen und sogar wertvolle Bilder in Sicherheit brachten. (APA/dpa)

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