Clostridium difficile entschlüsselt

4. Juli 2006, 17:01
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Sanger Institute dekodiert Erbgut des für viele Infektionen verantwortlichen Bakteriums

Hinxton - Wissenschaftler des Sanger Institute haben das Erbgut des Bakterium Clostridium difficile entschlüsselt, das für viele im Krankenhaus übertragene Infektionen verantwortlich ist. Es wurde erstmals sichtbar gemacht, warum es so schwer ist dieses Bakterium zu bekämpfen. Clostridium difficile hat im Jahr 2004 in Großbritannien mehr als 44.000 Infektionen vor allem bei älteren Patienten verursacht.

Hoffnung auf neue Behandlungsansätze und Impfstoffe

Die Forscher wiesen nach, dass das Bakterium seine genetische Struktur sehr leicht aufspalten und verändern kann. Damit wird seine Fähigkeit Antibiotika unwirksam zu machen deutlich erhöht. Die Ergebnisse der Studie wurden in Nature Genetics veröffentlicht. Die Forscher hoffen, dass ihre Arbeit der Forschung nach neuen Behandlungsansätzen, Impfstoffen und diagnostischen Tests einen deutlichen Schritt nach vorne bringen wird.

Das weltweite Auftreten von Bakterien, die gegen viele der führenden Antibiotika resistent sind, gehört heute zu den größten Gesundheitsproblemen. C. difficile ist besonders problematisch, da es nur mit zwei Antibiotika, Metronidazol und Vancomycin, behandelt werden kann. Es bestehen laut BBC Befürchtungen, dass auch diese beiden Medikamente rasch ihre Wirksamkeit verlieren werden. Derzeit ist dieses Bakterium weiter verbreitet als MRSA und ist auch für mehr Todesfälle verantwortlich. C. difficile verursacht eine ganze Reihe von Erkrankungen wie Durchfall oder eine lebensbedrohliche Erkrankung des Dickdarmes, die pseudomenbranöse Colitis.

Große genetische Variationsbandbreite

Die Wissenschafter wiesen nach, dass die Hälfte der Gene, die bei C. difficile vorhanden sind, bei vier seiner bakteriellen Verwandten fehlen, die unter anderem Nahrungsmittelvergiftungen oder Tetanus verursachen. Zusätzlich wurden große genetische Variationen sogar zwischen den einzelnen Stämmen der Bakterie nachgewiesen. Entscheidend ist jedoch, dass C. difficle, anders als seine nächsten Verwandten, Gene und Resistenzbestandteile leicht austauschen kann.

Der Wissenschafter Mohammed Sebaihia erklärte, dass sich das Genom von C. difficle in ständiger Bewegung befinde: "Mehr als zehn Prozent des Genoms bestehen aus mobilen Elementen, Sequenzen, die sich von einem Organismus zum anderen bewegen können. Auf diese Art und Weise hat das Bakterium jene Gene erhalten, die es zu so einem gefährlichen Krankheitserreger machen. Es hat eine Reihe von Genen erworben, die es gegen Antibiotika resistent machen, im menschlichen Darm gedeihen und ihm helfen seine Oberfläche zu verändern. Diese Kombination ermöglicht dem Bakterium eine ganze Reihe von Ausbreitungsmöglichkeiten im menschlichen Körper." (pte/Red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Clostridium difficile unter dem Raster-Elektronenmikroskop.

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